Graz99ers krönen sich zum ersten mal zum meister – kac scheitert spektakulär

Die Graz99ers haben Geschichte geschrieben. Erstmals in der 24-jährigen Vereinsgeschichte holen die Steirer den österreichischen Meistertitel – und das, ohne das Finale zu spielen. Der KAC schlug sich in Fehervar die Köpfe ein, verlor das Viertelfinale mit 2:4 und schickte damit die 99ers auf den Thron.

Ein titel, der in ungarn entschieden wurde

Die Graz99ers selbst hatten ihre Serie gegen Pustertal bereits mit 4:1 gewonnen, doch das Halbfinale war eigentlich noch gar nicht sicher. Bis Mittwochabend. Bis Janos Hari den Klagenfurern den Gnadenstoß versetzte. Bis Trevor Cheek das 3:0 in die halbleere Ungar-Torte schlenzte. Und bis Clemens Unterweger vor dem ORF-Mikro resignierte: „Viel zu wenig.“

Die Kärntner hatten noch vor einer Woche mit 2:1 in Führung gelegen, doch drei Niederlagen in Serie – zwei davon in Verlängerung – warfen den Rekordmeister raus. Zum ersten Mal seit Einführung der internationalen Liga wird der österreichische Meister also nicht im Finale, sondern bereits nach dem Viertelfinale gekürt.

Graz erbt die krone von salzburg

Graz erbt die krone von salzburg

Für die 99ers ist es die neunte Finalteilnahme, die erste mit Happy End. Zuletzt scheiterten sie 2021 an Red Bull Salzburg, nun folgt die Revanche auf dem Papier. Die Grazer treten die Nachfolge des deutschen Großclubs an – und erfüllen damit ein jahrzehntelanges Eigeninteresse. Schon der ATSE Graz hatte 1975 und 1978 die Meisterschaft geholt, doch die 99ers blieb das Kunststück bis heute verwehrt.

Im Halbfinale warten nun Fehervar und die beiden italienisch-slowenischen Vertreter Pustertal und Ljubljana. Die 99ers sind als einziges österreichisches Team noch dabei – und plötzlich auch der Topfavorit. Der zehnte Platz der Hauptrunde schien noch ein Stigma, doch genau diese Statistik macht die Play-off-Sensation perfekt.

Die murray-frage bleibt offen

Die murray-frage bleibt offen

Ob der KAC-Kollaps auch mit dem Jordan-Murray-Drama zusammenhängt, bleibt offen. Der Verteidiger war in Spiel eins zusammengebrochen, musste reanimiert werden und fiel fortan aus. „Vielleicht hat es eine Rolle gespielt“, räumte Unterweger ein, „aber das als Ausrede zu nehmen, ist zu einfach.“

Fehervar spielte dagegen befreit auf, Rasmus Reijola parierte 18 Minuten lang alles, und Csanad Erdely leitete mit einem abgefälschten Schuss den KAC-Endeinbruch ein. Als Nicholas Petersen noch den Pfosten traf, war klar: Dieses Mal ist nichts mehr zu retten.

Die Graz99ers feiern, der KAC trauert – und Österreich hat einen neuen Meister. Die Serie beginnt am Sonntag, doch der Titel ist längst entschieden. Wer hätte das gedacht?