Verstappen jagt reporter raus: suzuka-krach eskaliert

Max Verstappen lässt einen britischen Kollegen vor laufender Kamera abblitzen. „Erst wenn der raus ist, fange ich an“, sagt er in Suzuka und zeigt damit, wie knapp das Fass ist. Die RB22 ist ein Baukastenchaos, der viermalige Weltmeister steht mit 8 Punkten da, und die Saison 2025 nagt noch immer an ihm.

Warum barcelona die wunde nie verheilte

Der Grund für den Ausfall ist ein Interview vom letzten Dezember. Damals hatte The Guardian Verstappen gefragt, ob die Kollision mit George Russell in Barcelona der eine Fehler war, der ihm die Krone gekostet hätte. Verstappen verlor 2025 die WM mit zwei Zählern gegen Lando Norris. Er gab intern zu, dass er unter Adrenalinausbruch das Lenkrad zu spät herumriss. Doch dass die Öffentlichkeit nur diesen einen Moment als Synonym für die Niederlage sieht, empfindet er als Verdummung seiner ganzen Saison.

In Suzuka schlägt er deshalb die Hände über dem Mikro zusammen und blockiert die Pressekonferenz. Die FIA-Einsatzkräfte schauen verlegen, Teamchef Christian Horner rauspert sich. Der Reporter verlässt den Raum, Verstappen atmet durch, sagt: „Jetzt können wir.“ Die Szene dauert 73 Sekunden, reicht aber, um die Boxengasse zu spalten.

Red bull steckt im regelbedingten tief

Red bull steckt im regelbedingten tief

Die RB22 folgt dem neuen 640-kg-Reglement. Die Aerodynamik ist auf niedrige Abtriebprofile getrimmt, damit die Hybridaggregate mit 50 % mehr elektrischer Leistung nicht überhitzen. Verstappen kommt damit nicht klar: „Das Auto treibt wie ein Kajak im Seegang.“ In Australien wurde er Sechster, in China schied er aus. Die Datenanalyse zeigt: Kurve 16, Suzukas schnellste Ecke, verlangt 4,8 g Seitenführung – die RB22 verliert dort 0,24 s gegen Mercedes.

Die Stimmung im Lager ist vergiftet. Motorsportchef Helmut Marko spricht von „Kompromiss-Abschneidern“ an Chassis und Getriebe, Adrian Newey arbeitet nachts mit Flutlicht. Verstappen droht erstmals seit 2015 eine Weiße Weste: keine Pole, kein Sieg nach drei Rennen. Der Vertrag läuft 2028, Exit-Klauseln gibt es. Mercedes und Aston Martin beobachten.

Doch bevor er über 2027 nachdenkt, will er das eigene Haus in Ordnung bringen. In der Garage hängt ein Zettel: „Barcelona ist Vergangenheit, Suzuka ist Zukunft.“ Er hat 24 Rennen Zeit, die Rechnung mit sich selbst zu begleichen – und mit der Presse. Wer danach noch über Barcelona fragt, fliegt erneut raus. Verstappen macht keine Gnupause mehr.