Vanoli schickt seine jäger nach polen – viola mit 2:1-polster im rücken
Ein Tor reicht. Nach dem 2:1 im Franchi darf Fiorentina in Sosnowiec schon mit dem 1:0-Auswärtstor planen, doch Vanoli will nicht rechnen, sondern treten. Seine Startelf ist längst auf dem Zettel: Christensen zwischen den Pfosten, Dodo und Parisi auf den Außen, Comuzzo und Ranieri in der Mitte. Vorne rotiert das Trio Harrison – Kean – Fazzini, hinter ihnen dirigieren Fabbian, Fagioli und Ndour das Spiel. Wer erwartet, dass die Viola nur verwaltet, kennt den Trainer nicht.

Rakow ohne fortini, aber mit turbo rechts
Die Polen müssen auf Pienko verzichten, dafür laufen Tudor, Racovitan und Svarnas hinten auf, Jean Carlos und Ameyaw liefern die Flügelschüsse. Lopez, Brunes und Makuch sollen das 1:0 vom Hinspiel egalisieren – klarer Auftrag. Tomczyk verzichtet auf Experimente, setzt auf die 3-4-3-Pressingmaschine, die Liverpool und Leverkusen schon wackeln ließ.
Die Uefa schickt mit Juan Martínez Munuera ein spanisches Spitzengespann, das in der Liga schon 17 Rote Karten zeigte. Wer in der Zweikampfzone zögert, fliegt – ein Detail, das Vanoli gestern noch einmal per Video demonstrierte. Schiedsrichter-Statistik: 4,2 Karten pro Spiel, 78 % Pfiff-Quote bei taktischem Foul. Ein Grund mehr, warum Fiorentina das Tempo von Anfang an diktieren will.
Sky und NOW sichern sich die Exklusivbilder, doch die echte Hitze entsteht auf dem Rasen: ArcelorMittal Park, 11 800 Zuschauer, 95 % Auslastung, dazu ein Rasen, der nach dem Winter noch kälter ist als die polnische Luft. Die Kugel läuft schneller, der erste Kontakt muss sitzen. Wer hier patscht, kassiert – und fliegt aus dem Wettbewerb.
Die restlichen Achtelfinals laufen parallel, doch alle Blicke richten sich auf Sosnowiec. Denn wer heute die K.o.-Runde übersteht, trifft im Viertel auf den Sieger aus Mainz gegen Sigma Olomouc – ein vermeintlich losbares Los. Die Motivation ist längst keine Frage mehr, sie sitzt in den Knochen der Spieler. Und in den Tribünen, wo italienische Fans schon vor dem Bus warten. Die Rechnung ist einfach: Ein Tor vorlegen, dann den Gegner jagen. Wer zuerst trifft, bestimmt den Rhythmus. Wer zuletzt jubelt, darf im April noch um Europa pokern. Für die Viola beginnt die Stunde der Wahrheit – und sie hat nur eine Richtung: nach vorn.
