Vanina guarrasi kehrt zurück – catania wird wieder zum krimi-schauplatz
Knallhart, verletzlich, gnadenlos: Giusy Buscemi schlüpft heute Abend wieder in die Stiefel von Vanina Guarrasi. Die zweite Staffel der Sky-Canale-5-Koproduktion liefert vier neue Folgen, in denen die Vizekommissarin nicht nur Mörder jagt, sondern auch den letzten lebenden Todfeind ihres Vaters stellt.
Catania ist mehr als kulisse – es ist ein gefängnis aus licht und lava
Regisseur Davide Marengo ließ seine Kamera durch die sonnengebleichten Gassen der Via Crociferi schwenken, bis der Ätna im Hintergrund zu einem glühenden Vorhang wird. „Die Muntagna schläft nie“, sagt er. „Genau wie Vanina.“ Die 44-Jährige trägt noch immer die Kugel im Körper, die ihren Vater tötete – und jetzt droht der Schütze zurückzukehren.
Die erste Folge beginnt mit einem Selbstmord, der keiner ist. Ein Gefängniswächter wird in seiner Zelle aufgehängt aufgefunden, die Kamera war ausgeschaltet, die DNA-Spur führt nach Brüssel. Dort wartet ein Mann, der sich „Il Fiorista“ nennt und behauptet, den letzten Auftrag von Vaninas Vater erhalten zu haben. Was folgt, ist ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Kathedrale und Fischmarkt, bei dem jeder Verdächtige gleichzeitig Zeuge und Täter sein könnte.
Buscemi trainierte für die Rolle drei Monate lang mit echten Karabinieri. Sie lernte, wie man eine Beretta 92F in 1,2 Sekunden zieht, und wie man in Fünf-Sekunden-Takt eine Treppe stürmt. „Ich wollte nicht nur wie eine Cop aussehen, ich wollte den Geruch von Kordit in der Nase haben“, sagt sie. Der Geruch klebt an der Leinwand: jede Großaufnahme der Waffe, jedes Funkgerät, das knistert, wirkt wie ein Dokument.

Casting-coup: raoul bova kehrt als anti-held zurück
Wer die erste Staffel sah, weiß, dass Vaninas Mentor Commissario Nino Gargiulo nicht wirklich tot ist. Raoul Bova spielt ihn jetzt mit grauem Bartschatten und einer Augenbraue, die permanent nach Verrat riecht. In Episode zwei sitzt er in einem verlassenen Theater am Rande der Stadt und rezitiert Pirandello-Monologe, während seine Leute im Hintergrund Kokain in Sizilien ankern. „Er ist nicht böse“, sagt Bova. „Er ist nur müde von der Legalität.“
Die Quote der ersten Staffel lag bei 3,8 Millionen Zuschauern – ein Quotenmonster für Canale 5, das normalerweise mit glamourösen Telenovelas punkten muss. Die neue Staffel wurde bereits vorab auf Sky Serie vermarktet, doch die Free-TV-Premiere heute Abend um 21:25 Uhr wird live auf dem Piazza Duomo in Catania übertragen. 12.000 Fans haben Tickets für die Open-Air-Vorführung ergattert, die Polizei sperrt die Via Etnea bereits ab 18 Uhr.
Am Ende der vierten Folge wird Vanina eine Entscheidung treffen, die ihre Karriere beenden oder die sizilianische Mafia sprengen könnte. Drehbuchautor Giancarlo De Cataldo verrät nur: „Sie wird nicht mehr dieselbe sein. Und Catania auch nicht.“ Die Kamera zoomt auf den Ätna, der eine Aschewolke ausstößt – wie ein Startschuss für eine dritte Staffel, die laut Produktionsfirma bereits genehmigt ist.
Die Uhr tickt. In 180 Minuten wird klar, ob Vanina Guarrasi zum Mythos wird oder zu einer Fußnote im sizilianischen Fernsehjahr. Eines steht fest: Wer heute abschaltet, verpasst den Moment, in dem ein weiblicher Cop-Charakter endlich nicht mehr lacht, sondern zielt – und trifft.
