Van veen zurück in berlin: nierensteine, schlaflosigkeit, iceman – und jetzt?

Gian van Veen sitzt wieder in der Berliner Arena, Pfeil in der Hand, Ziel im Kopf. Vor sieben Tagen lag der 23-Jährige mit Nierensteinen im Krankenhaus, schlief in drei Nächten sechs Stunden, warf 15 Minuten und war danach „komplett leer“. Jetzt steht er vor Gerwyn Price, dem Eismann, der keine Gefangenen macht.

Die diagnose kam per ultraschall, die rechnung folgt heute

Die Steine waren drei Millimeter groß, die Schmerzen „schrecklich“, die Lage klar: Wer in der Premier League aussetzt, verliert Punkte, Geld, Saisonziele. Van Veen verpasste Dublin, rutschte auf Rang sechs ab, sah Price vorbeiziehen. Gestern postete er ein Foto aus der Berliner U-Bahn – Caption: „Ich bin bereit.“

Price reagierte sofort. Eine WhatsApp-Sprachnote, 12 Sekunden, walisischer Akzent: „Bleib daheim, Junge.“ Gemeint: Komm, wenn du willst, ich treffe Doppel-20 egal. Der Weltmeister von 2021 kennt diese Rechnung. 2017 spielte er mit Fieber und Bandage, gewann 7:2. Für Berlin buchte er extra eine Stunde früher den Flug, um sich „einzuschießen, nicht einzufühlen“.

Die arena ist ausverkauft, die luft raus – oder?

Die arena ist ausverkauft, die luft raus – oder?

10.000 Tickets weg, riesige LED-Wand, DJ spielt „Du hast den Farbfilm vergessen“ – Berlin will Spektakel. Van Veen sagt, er habe heute Nacht „vier Stunden am Stück“ geschlafen, das sei „ein Sieg“. Seine Freundin flog mit, seine Eltern schicken Sprachnoten mit Kinderlachen im Hintergrund. Die Nierensteine? „Noch da, aber leise.“

Price wirft nebenan 180er, lässt die Pfeile wie Schneidbretter quietschen. Er lacht, wenn Reporter fragen, ob er morgen Rücksicht nehme. „Ich hoffe, er trifft die 5. Ich treffe die Doppel. Ende.“

Der Niederländer kennt das. Er schaut aufs Scoreboard, sieht 6:6-Stände, 7:5-Niederlagen, weiß, dass ein Sieg heute Platz vier bedeuten kann. Die Steine schmerzen, wenn er atmet, aber Atem holt man sich im Wurf. Also wirft er. Erst zwanzig Minuten lang, dann vierzig. Kein Erbrechen, kein Zittern. Die Physios geben grünes Licht. Die Fans in Block C skandieren schon seinen Namen.

Um 20:15 Uhr geht los. Wer da ist, sieht entweder den jüngsten Comeback-Body der Liga – oder den nächsten klinischen Auftritt des Iceman. Van Veen sagt, er habe „kein Plan B“, nur zwei Sätze Pfeile und ein Ziel: „Erst mal treffen, dann weiterschauen.“ Die Nierensteine bleiben in der Umkleide, der Punktestand nicht.