Valverde geht – und zieht den halben staff mit sich

Mit dem Abgang von Ernesto Valverde im Juni beginnt beim Verein eine stille Revolution hinter den Kulissen. Nicht nur der Cheftrainer verlässt das Schiff – auch Jon Aspiazu, sein langjähriger Begleiter auf der Trainerbank, packt die Koffer. Zwei Männer, die über Jahre gemeinsam gearbeitet haben, gehen zusammen. Das ist kein Zufall, das ist ein Schnitt.

Was mit dem restlichen staff passiert, entscheidet der nachfolger

Die übrigen Mitglieder des technischen Stabes – Luis Prieto als Konditionstrainer, Pablo Orbaiz als Assistenz- und Ausbildungstrainer sowie Aitor Iru als Torwarttrainer – warten ab. Ihre Zukunft hängt direkt an der Person, die den Trainerstuhl übernimmt. Prieto und Orbaiz sind erst diese Saison ins Erstteam gekommen, ihr Profil ist eng mit Valverde verknüpft. Iru hingegen kennt den Klub in- und auswendig, er hat unter verschiedenen Trainern gearbeitet und gilt als gesetzter Faktor.

Intern heißt es, der neue Trainer werde nicht mit einem leeren Blatt anfangen. Er sehe im bestehenden Gefüge eine brauchbare Grundlage – aber Veränderungen wird es trotzdem geben. Wie viele, das bleibt offen.

Terzic im anflug – sobald die wahlen den weg freimachen

Terzic im anflug – sobald die wahlen den weg freimachen

Der Name, der intern die Runde macht, ist Edin Terzic. Die amtierende Vereinsführung hat laut übereinstimmenden Informationen alles vorbereitet, damit er einen Vertrag über mehr als eine Saison unterzeichnet. Präsident Uriarte schweigt noch – bewusst. Erst wenn am 29. März der Wahlkalender offiziell ausgerufen wird, will er öffentlich Farbe bekennen.

Die Frist für Gegenkandidaten läuft vom 9. bis 18. April. Meldet sich niemand, könnte die Bestätigung unmittelbar folgen. Intern vergleicht man das Szenario bereits mit der Wiederwahl von Urrutia im Jahr 2015 – damals gab es schlicht keine Opposition. Alles deutet darauf hin, dass die Geschichte sich wiederholt.

Das modell flick als blaupause für den neuaufbau

Das modell flick als blaupause für den neuaufbau

Wie der neue technische Apparat aussehen soll, lässt sich an einem Beispiel ablesen, das im Klub kursiert: Hansi Flicks Ansatz beim FC Barcelona – eine Mischung aus vereinseigenen Fachleuten und persönlichen Vertrauten des Trainers, mit besonderem Gewicht auf Spielanalyse und sportlicher Entwicklung. Kein Kahlschlag, aber kein Stillstand.

Neben Prieto, Orbaiz und Iru umfasst der technische Stab der ersten Mannschaft auch Reha-Spezialisten, weitere Konditionstrainer und Analysten. Der Verein setzt darauf, dass der neue Coach auf bekannte Gesichter zurückgreift – und bringt gleichzeitig seine eigene Handschrift mit. Zwei Welten, die sich zusammenfügen müssen. Ob das gelingt, zeigt sich nicht in Pressekonferenzen, sondern auf dem Rasen.