Valladolid trennt sich nach drei jahren von kappa – reebok kehrt in die laliga zurück

Nach drei Jahren Kappa wirft Real Valladolid das Trikot weg. Ab Sommer zieht Reebok an – und damit eine Marke, die Spanien seit 26 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Der deal steht, die maschinen laufen bereits

Der deal steht, die maschinen laufen bereits

Der Club aus Castilla y León hat den Vertrag unterschrieben, die ersten Stoffmuster liegen laut internen Quellen bereits in den Montaner-Werken in Puebla. Reebok, 1958 in Bolton geboren und seit 2005 Teil der Adidas-Gruppe, liefert künftig nicht nur die LaLiga-Auswärts-, sondern auch die Trainings- und Freizeitkollektion für alle Nachwuchs- und Frauenteams.

Die letzte Fußball-Spur des Labels in Spanien datiert aus der Saison 1998/99, als Atlético Madrid noch im Vicente Calderón rannte und die Logos der Marke auf den blauroten Sitzschalen glänzten. Damals trugen Casillas, Shevchenko, Henry und Giggs die drei Streifen des springenden Doppeltons – heute ist Charlton Athletic in England das einzige Profi-Team, das offiziell in Reebok aufläuft.

Südamerika sieht das anders. Dort kleidet Reebok aktuell Botafogo, Tijuana Xolos, Unión Española sowie drei kolumbianische Großklubs ein. Valladolids neue Eigentümer, die mexikanische Gruppe Ignite um die Co-Präsidenten Gabriel Solares und Enrique Uruñuela, nutzen genau dieses Netzwerk. Die Mexikaner wollen den Klub zu einer transatlantischen Marke ausbauen – und was passt besser, als einen Ausrüster zu wählen, der in Lateinamerika Straßenkredit hat?

Die Finanzzahlen bleiben geheim, doch Insider sprechen von einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Kappa-Paket. Der italienische Hersteller hatte Valladolid rund 1,2 Millionen Euro pro Saison gezahlt, zzgl. 15 % auf verkaufte Trikots. Reebok soll die Garantiesumme auf 1,7 Millionen erhöhen und die Fan-Auflage verdoppeln. Der Club lag 2023/24 bei 28 000 verkauften Jerseys; das neue Design soll die 50 000er-Marke knacken.

Für Kappa bedeutet der Abschied einen weiteren Rückschlag in Spanien. Nach dem Verlust von Valencia, Betis und Cádiz hält der Piemontese nur noch Athletic Bilbao und Rayo Vallecano. Reebok wiederum bekommt das erste Mal seit 1999 wieder Fußball-Erdung in Europas Top-Ligen – und das ausgerechnet in einer Stadt, die für ihre Weinberge und nicht für ihre Mode bekannt ist.

Die Spieler erhielten die Nachricht am Montagmorgen per WhatsApp-Gruppe. „Neuer Look, neue Energie“, postete Kapitän Javi Sánchez. Trainer Paulo Pezzolano, selbst Sohn einer textilen Familie aus Uruguay, soll schon vor Wochen grünes Licht gegeben haben – unter der Bedingung, dass die neuen Shirts weiter atmungsaktiv bleiben und die Schulternähte nicht scheuern.

Die Präsentation ist für Mitte Juli geplant, knapp einen Monat vor dem Saisonstart. Dann wird Valladolid in der Estadio José Zorrilla-Plaza ein Fan-Fest veranstalten: Musik, Meet & Greet, und ein 20-Meter-Banner, auf dem der springende Schädel zu sehen ist. Die Botschaft ist klar: Wer nach 26 Jahren zurückkommt, will sofort die Aufmerksamkeit – und die kommt in Pucela garantiert.