Valgren rächt sich mit solo-sieg – del toro zurück in rosa

Michael Valgren hat ausgerechnet auf der härtesten Etappe der Tirreno-Adriatico zugeschlagen. Der Däne riss sich 184 Kilometer lang vom Feld los, spielte mit dem Hunger der Favoriten und schlug in Mombaroccio zu – als letzter Überlebender einer kaputten Fluchtgruppe.

Elf Sekunden fehlten Isaac del Toro zum Etappensieg, reichten aber locker, um die Führung zurückzuerobern. Der Mexikaner zog mit einem Stoß quer über den Monte Carpegna vorbei an Mathieu van der Poel und Co. und trägt wieder das maglia blu. Die Reaktion im Ziel: ein Schulterzucken, als wäre nie etwas anderes geplant gewesen.

Zimmermann zieht die bremse

Georg Zimmermann fuhr im deutschen Meistertrikot die meiste Zeit vorne mit, doch 25 Kilometer vor dem Ziel schaltete Valgren einen Gang höher. „Da war einfach Luft raus“, sagte der Lotto-Profi später. Er kam mit 1:18 Minuten Rückstand ins Ziel – ein Ergebnis, das sich wie eine Niederlage anfühlt, aber im Klassement noch rettet.

Valgren selbst schwor nach dem Rennen, er habe nur auf sein Radio verzichtet. „Ich wollte nicht wissen, wie groß der Vorsprung ist.“ Die Taktik ging auf. Die Jagdgruppe schaute sich gegenseitig an, niemand wollte ziehen – und der 33-Jährige hatte plötzlich 30 Sekunden Vorsprung, die er bis ins Ziel rettete.

Was jetzt auf van der poel zukommt

Was jetzt auf van der poel zukommt

Die Entscheidung steht heute Nacht: 14 Kilometer Einzelzeitfahren in San Benedetto del Tronto. Del Toro startet als Letzter, Van der Poel mit 18 Sekunden Rückstand. Der Weltmeister muss voll auf Risiko gehen, sonst verliert er das Rennen, das er vor 24 Stunden noch dominierte. Valgren wird nicht mehr ins Gesamtklassement greifen, aber er hat das Bild dieser Tirreno schon jetzt geprägt – mit einem Solo, das sich keiner der Stars erlaubt hatte.

Die Chronometer-Uhr tickt. Wer schlägt zuerst ein, hat verloren.