Valgren beendet 4,5-jahres-fluch: solo-sieg in mombaroccio
Endlich wieder oben. Michael Valgren schlug am Freitag auf der fünften Tirreno-Adriatico-Etappe mit dem Faust eines Mannes zu, der 1.653 Tage auf diesen Moment gewartet hat. Der Däne riss 184 Kilometer Mombaroccio solo herunter, elf Sekunden Vorsprung, Jubel wie 2018 in Maastricht – nur diesmal mit Tränen unter der Sonnenbrille.
Alaphilippe war der letzte fels, den valgren wegräumte
Sechs Kilometer vor dem Ziel schaute der Ex-Weltmeister Julian Alaphilippe erstmals nach hinten, sah Valgrens grün-weißes EF-Trikot davonrauschen und wusste: Das war’s. Der Franzose schlug noch einmal an, doch Valgrens Beine arbeiteten wie ein metronomisches Stahlwerk. Dahinter zerfetzte sich die Jagdgruppe um neuen Gesamtführenden Isaac del Toro, Matteo Jorgenson und Co. in den steilen Wällen der Marken.
Georg Zimmermann, deutscher Meister bei Lotto-Dstny, war lange Teil der Ausreißerbande, kam aber mit 1:58 Minuten Rückstand als 24. ins Ziel. Für den 26-jährigen Oberbayer ein Beleg dafür, dass die Form stimmt – doch die Rechnung mit dem Tagessieg ging auch an diesem Tag nicht auf.

Sassotetto wartet: 12,4 % steigung auf dem letzten kilometer
Samstag folgt die 188-Kilometer-Qual von San Severino Marche nach Camerino. Nach 50 flachen Kilometern beginnt der Anstieg nach Sassotetto, dessen Schlusskilometer sich mit 12,4 Prozent mittleren Grades in die Beine fräst. Wer dort noch Zuckungen spürt, darf sich auf Sonntag in San Benedetto del Tronto keine Verschnaufpause erhoffen. Die 61. Tirreno-Adriatico endet mit dem traditionellen Kriterium an der Adriaküste – und vielleicht mit Valgren erneut im Fokis, wenn seine Beine die Erinnerung an Mombaroccio nicht so schnell abschütteln wie die Konkurrenz.
