Walter schießt sich mit 51-sekunden-gutschrift zu bronze-drama
Die Sonne war ihr größter Gegner. Leonie Maria Walter lag im Ziel fünf, doch ein Schatten auf der Scheibe rückte sie aufs Podest – und zwar mit Infrarot-Handicap.
Die 22-Jährige trat in der Sehbehinderten-Klasse an, schoss fünfmal daneben, weil Schnee das Signal ihres akustischen Zielgeräts verschluckte. „Kein klarer Ton, kein Treffer“, sagte sie spät abends vor der ARD-Kamera. Der Wechsel auf Nebenbahn half: Null Fehler, 51 Sekunden Gutschrift, Rang drei.

Das protokoll zittert anderthalb stunden
Simona Bubenickova aus Tschechien hatte als Dritte durchs Ziel gesaust, protestierte, bekam ebenfalls Bronze. Doppelpodium für beide, Happy-End für Deutschland – nach 90 Minuten Schreibtischmark.
Die Zahlen danach: 21,1 Sekunden fehlten auf Edlingerova, 11,2 auf Wang Yue. Schon die vierte Medaille in Walters Sammlung, die sieben insgesamt bei Paralympics. Und das, obwohl der gleiche Infrarot-Wackler schon im Testwinter von Tesero aufgetreten war. „Schwierig für den Kopf“, sagt Guide Christian Krasman, „wenn du denkst, du liegst hinten, aber Gas geben musst.“
Johanna Recktenwald wurde Fünfte, Linn Kazmaier Sechste – beide mit Ersatz-Guides, beide mit einem Schießfehler zu viel. Bei den Männern blieb Lennart Volkert mit Begleitläufer Kolb 38 Sekunden vor Bronze, trotzdem sein bestes Paralympics-Ergebnis.
Die Sonne ging unter, die Medaille blitzt. Walter lacht, Krasman atmet auf. Drama vorbei, Bronze bleibt.
