Valero rivera jr. zieht mit nantes ins viertelfinale – rückkehr nach barcelona als letzte mission
Er trägt nicht mehr das Blau-Grana, sondern das Gelb-Schwarz von Nantes. Doch wenn Valero Rivera Jr. am Donnerstagabend um 20.45 Uhr im Palau Blaugrana aufläuft, wird das Publikum ihn trotzdem als einen der ihren begrüßen. Das Viertelfinale der Champions League zwischen Barça und HBC Nantes ist für den 41-Jährigen keine normale K.o.-Runde – es ist die letzte Runde seiner Karriere vor der eigenen Haustür.
Ein name, der wie blei war
Rivera spricht offen darüber, was es bedeutet, der Sohn einer Legende zu sein. „Der Nachname war am Anfang ein Sprungbrett, später eine Last“, sagt er. „Ich musste mehr beweisen als andere, wurde härter bewertet.“ Die Flucht nach Frankreich war keine romantische, sondern eine Notwehr. Erst in Nantes fand er Ruhe, Raum und schließlich sich selbst. 600 Spiele, 3.200 Tore, fünf Titel – Zahlen, die ihn zum Ausländer mit den meisten Einsätzen und Treffern der LNH machen.
Die Franzosen feiern ihn in jedem Stadion einzeln ab, ein Ritual, das sonst nur Nationalhelden wie Nikola Karabatic zuteilwurde. „Ich bin stolz, dass ich den Respekt erkämpft habe, nicht geerbt“, sagt Rivera. Dabei blieb das Verhältnis zum Vater stets eng. Valero Rivera Sr. wird beim Rückspiel im Palau sitzen – „mit zersplittertem Herzen“, wie der Sohn lacht.

Abschied auf dem heimischen parkett
Rivera hatte sich schon 2022 entschieden, dass diese Saison seine letzte sei. „41 ist ein gutes Alter, um aufzuhören, wenn man noch gesund ist und der Kopf mitmacht“, sagt er. Dass das Endspiel um die Final Four nun ausgerechnet in Barcelona steigt, nennt er „ein Geschenk des Schicksals“. Er will den Club seiner Kindheit aus dem Wettbewerb werfen – und würde jedes Tor feiern. „Mit Respekt, aber eben doch.“
Die Bilanz gegen Barça in K.o.-Spielen ist ernüchternd: noch nie gewann er. „Das wird nicht einfacher, nur weil ich aufhöre“, grinst er. Doch Nantes hat in dieser Saison bereits den GOG Gudme ausgeschaltet und bewiesen, dass Außenseiterrollen nur Papier sind. Rivera selbst spielt weiter auf Weltklasse-Niveau: 7,1 Tore pro Partie, 92-Prozent-Effizienz vom linken Flügel. „Ich könnte noch ein Jahr weitermachen, aber ich will nicht, dass der Körper mich zur Kasse bittet.“
Die Nacht, in der er König war
Sein schönster Erinnerung bleibt der Weltmeistertitel 2013 im eigenen Wohnzimmer. „Barcelona, mein Vater als Trainer, meine Familie auf den Rängen, Danemark in der Finalpause geschlagen – das war das perfekte Drehbuch.“ Die Champions-League-Tropheé von 2005 zählt er nicht: „Drei Einsätze in der Vorrunde, das reicht nicht.“ Eine eigene Krone für Nantes wäre der krönende Ausklang. „Aber selbst wenn wir scheitern: Ich habe alles gegeben, wo immer man mich gebraucht hat.“Nach dem Rückspiel am folgenden Mittwoch wird er sich vom Publikum verabschieden, das ihn einst auspfiff und später feierte. Dann wird Valero Rivera Jr. nicht mehr der Sohn sein, sondern einfach nur Valero – ein Name, der inzwischen für sich allein steht.
