Valencias fehlstart: 5-millionen-leiche cenk macht das problem sichtbar
In knapp zwei Wochen startet Valencia in die Vorbereitung – doch die Kaderliste liest sich wie ein Abschiedsbrief. Ein Dutzend Profis wurde bereits mitgeteilt, sie sollen sich eine neue Bleibe suchen. Keiner von ihnen hat bislang einen Klub gefunden. Die unfreiwillige Paradebezeichnung für diese Transfermisere lautet Cenk Özkacar.
Der fünf-millionen-mann ohne zukunft
Der türkische Innenverteidiger kam im Sommer 2022 auf Leihbasis von Lyon, ein Jahr später zog Valencia die vereinbarte Kaufoption für fünf Millionen Euro ohne zu zögern – Vertrag bis 2028. Die Liebesheirat hielt exakt zwölf Monate. 2024 ging Özkacar nach Valladolid, spielte sich selbst und die Pucelanos in die Segunda. Der Verein war drei Spieltage vor Saisonende abgestiegen.
Daraus hätte Valencia lernen können. Tat es nicht. Sommer 2025: erneute Leihe, diesmal zum 1. FC Köln mit zweieinhalb Millionen Euro versteckter Kaufoption. Die Kölner schauten sich zwei Trainingstage an und lehnten ab. Die Summe entsprach dem Restbuchwert bis Juli 2026 – selbst für diesen Discount fand sich kein Abnehmer.

Warum keiner özkacar will
Trainer Ruben Sellés (zwischenzeitlich ersetzt durch Carlos Corberán) signalisierte schon im Mai, dass der 23-Jährige nicht ins Konzept passe. Özkacars Berater reagierte sofort: Der Spieler soll nicht einmal nach Paterna reisen. Die Botschaft sitzt tief – seine eigene Agentur will verhindern, dass ihr Klient am ersten Trainingstag als Geist durch die Kabine schwebt.
Die Zahlen sind gnadenlos: zwei Leihstationen, null Einsatzminuten in der Champions-League-Qualifikation, Torquoten im Abstiegskampf. Ein Verteidiger, der den Ball länger braucht als die Gegner. Für einen Klub wie Valencia, der sich gerade von der Schuldenbremse befreit hat, ist das ein Symbol für mangelnde Planung.

Was das für den kader bedeutet
Özkacar ist nur die Spitze des Eisbergs. Auf der internen Blacklist stehen neben ihm noch Justin Kluivert, Samuel Lino und José Gayà, der Kapitän. Keiner von ihnen hat bislang ein konkretes Angebot. Die Uhr tickt: Am 1. Juli beginnt die medizinische Untersuchung, am 5. Juli das erste Testspiel gegen Leeds United.
Valencia sitzt auf einem Berg von Gehältern für Spieler, die niemand will – und muss trotzdem zusehen, wie das Transferbudget verbrannt wird. Özkacars Fall zeigt, dass der Klub nicht nursichtig handelt, sondern panisch kauft und leihweise verschenkt. Die Konsequenz: Ein Kader, der im Sommer 2025 nicht mal für die Europa-League-Qualifikation reicht.
Am Ende bleibt eine fünf-Millionen-Leiche und ein Verein, der seine eigene Zukunft blockiert. Valencia hat ein Problem – und es heißt Cenk Özkacar.
