Riera zieht blank: "frankfurt wollte nur namen, keine punkte"

Die Bombe platzte am späten Freitagabend. Albert Riera, gerade einmal 112 Tage Cheftrainer von Eintracht Frankfurt, ließ im slowenischen Sportklub eine Tirade los, die das Bundesliga-Echo bis Sonntag nicht verstummen lässt. "Es war wie Brangelina – sexy, aber zum Scheitern verurteilt", sagte der 44-Jährige und verpasste dem Rekordrätsel seiner Entlassung endlich ein Etikett.

Keine macht, keine träume

Riera packt aus: Die Kompetenzkarte war von Beginn an blank. "Scouting und Kadergestaltung? Tabu", so der Spanier. Ein Trainer, der Spieler nicht mitbestimmen darf, ist für ihn ein Pilot ohne Steuer. "Ich wusste: Das kann langfristig nicht fliegen", schiebt er nach. Die Konsequenz logisch – und trotzdem brutal: Nach 13 Pflichtspielen und nur zwei Siegen trennte sich Frankfurt am 5. Mai.

Die sportliche Bilanz mag nüchtern klingen: Rang acht beim Amtsantritt, Rang acht beim Abgang. Doch Riera schraubt den Blickwinkel zurecht. "Vor mir: ein Sieg in 13 Partien. Danach: zumindest Stabilität", sagt er und wirft dem Management vor, "Namen wichtiger als Ergebnisse" zu setzen.

"Keiner aus frankfurt würde ich mitnehmen"

"Keiner aus frankfurt würde ich mitnehmen"

Die Abrechnung geht weiter. Was niemand erwartete: Riera will keinen einzigen Akteur aus dem aktuellen Profikader für sein nächstes Projekt. "In Celje finde ich mehr Typen für den Klassenerhalt als in der Commerzbank-Arena", stichelt er und liefert damit ein Armutszeugnis für den Millionen-Kader. Die Spieler selbst schweigen bislang, doch die Botschaft ist glasklar – ein Bruch, der tiefer geht als ein paar Spieltagsniederlagen.

Krösche bleibt makellos

Die einzige Figur, die Riera nicht anschiebt, ist Sportdirektor Markus Krösche. "Letztes Gespräch? Herzlich. Er sagte mir, ich würde noch große Vereine trainieren", erinnert sich der Spanier fast schon rührend. Die Trennung sei "im Guten" verlaufen – eine Floskel, die nach knapp vier Minuten Fernsehinterview wie blankes Zynismus klingt.

Frankfurt selbst reagiert nicht auf Anfrage. Die Nachfolger-Suche läuft, das Trainingslager rückt näher. Riera aber ist schon wieder unterwegs. Er hat keine Lust auf Schadensbegrenzung, sondern auf Wahrheit. "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", sagt er. Das mag stimmen. Nur: Auch Brad Pitt und Angelina Jolie haben sich trotz Hollywood-Glamour getrennt. Und beide kamen danach nie wieder ganz zusammen.