Valencia-chef fliegt zum nullpunkt: kiat lim kommt nur zweimal ins jahr

Kiat Lim, Präsident von Valencia CF, landet am Montag in Manises. Ein Ereignis. Denn seit seinem Amtsantritt am 5. März 2025 war er exakt zwei Mal in der Stadt: einmal, um sich ein Zweitligaduell des B-Teams anzusehen, ein zweites Mal, um sich von Aktionären beschimpfen zu lassen. Jetzt, beim Liga-Pausen-Besuch, wird er kein Spiel sehen – und genau das passt zur Geisterpräsenz, mit der der Klub gerade um seine Zukunft ringt.

Die baustelle als einziger stammgast

Die baustelle als einziger stammgast

Der 41-Jährige verhandelte vor seiner Ernennung noch selbst die Kreditlinie für das Nou Mestalla. Die Arena soll 2027 bezugsfertig sein, doch der Zeitplan ist kein Versprechen, sondern ein Konstrukt aus Zement, Stahl und fragwürdigen Garantien. Ohne das neue Stadion droht Valencia finanziell abzurutschen – genau deshalb fliegt Lim diesmal ein: Bankgespräche, Sponsorenpoker, ein Foto mit dem Helm. Die Fans interessieren ihn nur als Nebengeräusch.

Carlos Corberán soll das Sportliche richten, CEO Ron Gourlay liefert Zahlen. Die Machtfrage im Klub ist damit klar: Trainer und Finanzvorstand melden sich beim Mann in Singapur. Europa als Ziel? „Nachhaltigkeit“ lautet Lims Zauberwort, ohne Datum, ohne Druck. Der Verein, einst Champions-League-Halbfinalist, wird zur Datenschutzfirma: Transparenz nur auf Abruf.

Am 17. Dezember 2025 herrschte Tumult in Feria Valencia. „Schreit ruhig, beschimpft meine Familie – es nützt nichts“, wetterte Lim. Die Aktionäre buhten, er flog am selben Tag zurück. Mestalla war Stunden später leer – und ist es bis heute, wenn der Präsident kommt.

Die nächsten Tage entscheiden, ob das Projekt Nou Mestallas Grundstein Hoffnung oder bloß ein teurer Bausatz bleibt. Lim wird wieder abheben, bevor der Ball rollt. Die Statistik ist gnadenlos: zwei Landungen, null Pfiffe-Gelegenheit, null Punkte vor Ort. Valencia spielt weiter – nur der Boss schaut nicht zu.