Valencia zündet den turbo: sailgp jagt mit 100 km/h vor der küste
Valencia schnallt sich wieder ans Ruder der Elite-Segelszene. Die SailGP flitzt am 5. und 6. September mit 100 Stundenkilometern und 50-Meter-Katamaranen direkt vor der Dársena in den Hafen zurück – dort, wo einst die Copa América glänzte.

Coutts verkuppelt turia und f1 des meeres
Sir Russell Coutts trat am Mittwoch im Veles i Vents auf wie ein Matchmaker. „Valencia war immer schnell, jetzt wird sie wieder schnell sichtbar“, sagte der fünfmalige America's-Cup-Sieger und überreichte der Stadt das original SailGP-Lenkrad. Dabei standen Juanfran Pérez Llorca, Präsident der Generalitat, und María José Catalá, Bürgermeisterin von Valencia, so dicht am Wasser, dass die Salzfontäne der Foils ihnen beinahe die Krawatte durchnässte.
13 Teams, ein Bootstyp, null Kompromisse. Die Formel-1 der Meere verlangt nach Reaktionszeiten unter 0,3 Sekunden und nach Taktik, die sich zwischen zwei Wellenkämmen entscheidet. Die spanischen „Gallos“ um Skipper Diego Botín wollen den Titel verteidigen, den nur Australien, Großbritannien und eben Spanien je gewannen. Die Staffel ist offen – und die Nerven blank.
Spektakel garantiert: Die Rennbahn liegt vor der Promenade, keine Binokel nötig. Zuschauer auf Tribünen, Restaurants und Strandpromenade bekommen die Kurse voll ins Visier. Ein einziger Fehler beim Gyben kostet 50 Meter, eine Sekunde Unkonzentriertheit den Event-Sieg. Die Teams fliegen auf hydrofoilenden Katamaranen so hoch über dem Wasser, dass die Rümpfe nur noch Schatten werfen.
Valencia schaltet vom Erinnerungsmodus in den Geschwindigkeitsmodus. 14 Stunden nonstop Live-Übertragung, 30.000 erwartete Zuschauer, ein Wirtschaftsfaktor von acht Millionen Euro – gemeldet von der Hafenbehörde, noch bevor das erste Rennen gestartet ist. Die Stadt, die 2007 und 2010 die America's Cup dominierte, will beweisen, dass sie nicht nur historische Ruinen, sondern auch zukunftsfähige Events im Angebot hat.
Am Samstag um 14:30 Uhr fällt der Startschuss. Dann heult nicht nur der Wind, sondern auch der Motor der Eventmaschine. Valencia ist wieder schnell. Und diesmal soll niemand fragen, wann das Ende der Strecke kommt – sondern nur noch, wie schnell man sie vorbeiziehen lassen kann.
