Genk verspielt 5:5-poker in la louviere – lawal schießt sich ins aus

Ein Horror-Endspiel. Zwei Gegentore in der 95. und 96. Minute. Ein Eigentor von Tobias Lawal. Damit ist die Saison-Tragödie von KRC Genk perfekt: Belgien spielt Meister-Play-off, Genk schaut nur noch zu.

Lawals eigentor wird zum stempel der enttäuschung

Was für ein Schlussakt. Genk führt beim Vorletzten RAAL La Louviere 5:3, liegt nach 89 Minuten auf Europapokal-Kurs – und kassiert dann zwei Gegentore in 60 Sekunden. Die Statistik nennt das „Remis“, doch im Kabinentrakt von Genk klingt das Wort wie Hohn. Lawal, sonst sicherer Rückhalt, lenkt einen Stanglpass unhaltbar ins eigene Netz. Es ist das 3:5, das 5:5, das Aus.

Die ÖFB-Doppelspitze Nikolas Sattlbergerund Lawal verpasst die Top-6 dennoch nicht wegen eines einzelnen Patzers. Bereits vor dem Spieltag war die Lage klar: Selbst ein Sieg hätte Genk nicht mehr in die Meistergruppe katapultiert. Doch wer so kollektiv die Klinke in die Hand nimmt, wirft auch die letzten Zweifel über die Formkurve des Teams.

Conference league bleibt das letzte ticket

Conference league bleibt das letzte ticket

Jetzt heißt es: Gruppensieg in der Play-off-Staffel der Plätze sieben bis zwölf oder gar nichts. Nur der Erste dieser Runde trifft im Finale auf den Vierten der Meistergruppe. Das Duell entscheidet über die letzte belgische Conference-League-Startplatz-Karte. Für Genk ist das der letzte Strohhalm, nachdem man sich die Saison selbst abgerissen hat.

Die Zahlen sind gnadenlos: 60 Treffer kassiert, nur fünf Teams kassierten mehr. Die Tordifferenz von plus neun reicht nur für Rang sieben – das schlechteste Genk-Ergebnis seit zwölf Jahren. Und das, obwohl mit Christophe Berra und Matías Galarza zwei neue Leistungsträger dazugekommen waren.

Für die Fans bleibt ein Sommer voller Fragen. Spielt Lawal weiter zwischen den Pfosten? Liefert Sattlberger endlich die Konstanz, die man sich vom Jungnationalspieler erhofft? Und wer stoppt die individuellen Fehler, die Genk seit Wochen lahmlegen?

Die Antworten kommen im Juli, wenn die Conference-League-Play-offs starten. Bis dahin bleibt ein bitterer Nachgeschmack – und ein 5:5, das so nicht in die Geschichtsbücher darf, weil es einfach zu viel Chaos enthält.