Valencia tanzt am abgrund – und plötzlich riecht es nach europa

Sieben Punkte. Mehr nicht. Der Abstand zwischen Platz 19 und dem letzten Europacup-Ticket. In Spanien ist diese Saison kein Spiegel, sondern ein Zerrbild. Und mitten drin der Valencia CF, gestern noch Abstiegskandidat, heute Conference-League-Anwärter.

San mamés wurde zur achterbahn

San mamés wurde zur achterbahn

Am Sonntag landete Valencia in Bilbao mit klopfendem Herzen. Eine Niederlage, und die Mannschaft von Rúben Amorim wäre auf Relegationsplatz gerutscht. 90 Minuten später jubelten dieselben Spieler: Abdul Sadiq traf, die Defensivwand hielt, und plötzlich trennen die Che nur noch drei Zähler vom siebten Tabellenplatz. Keine Zeit für Atempausen, denn am Donnerstag kommt der Rayo Vallecano ins Mestalla. Gewinnt Valencia, rutscht es voraussichtlich auf Rang sieben – und dürfte träumen.

Die restliche Wirklichkeit: Letzte Spiele gegen Real Sociedad und Barcelona. Die Basken haben über die Copa del Rey schon die Europa League gebucht, die Katalanen sind seit Wochen Meister und spielen mit offenem Visier. Perfekte Gegner für ein Team, das die Saison mit dem Rücken zur Wand beginnt und mit dem Gesicht zum Himmel enden könnte.

Hugo Duro fasste die Situation nach Abpfiff in einem Satz zusammen: „Das ist noch lange nicht vorbei.“ Er sprach es aus, was jeder Anhänger dachte: Valencia hat die Lizenz zur Schnapsidee, aus dem Abstiegskampf direkt in den Europacup zu springen. Mehr spanische Schizophrenie geht nicht.