Valencia basket dreht 15-punkte-rückstand und krönt sich zur queen of spain
Die Uhr zeigte Minute zehn, die Anzeige 9:24 – und das Finale schien gelaufen. Dann schaltete Valencia Basket einen Gang höher, riss Hozono Global Jairis das Zepter aus der Hand und trank aus der Copa de la Reina, als gäbe es kein Morgen. 70:65 lautete der Endstand, die zweite Trophäe im Klubgeschichte ist Realität.
Die Catalananerinnen hatten alles im Griff, bis plötzlich im dritten Viertel ein Orkan durchs Palacio Municipal de Deportes fegte. 27:12 liefen die Taronges in kaum zwölf Minuten, verwandelten das 29:36 zur Pause in 56:48-Führung und raubten dem Titelverteidiger die Luft.

Awakening in der kabine: „wir sagten uns: 20 minuten, dann legen wir herz und seele hin“
Der Funke sprang über im Sechser-Kreis, berichtet Center Awa Fam. Die 21-Jährige steht auf WNBA-Bingo-Karten der Scouts, doch zunächst musste sie ihre Nerven bändigen. „Ich zitterte, das Spiel war intensiv, doch wir wussten: Jede von uns wird jetzt einen Schritt machen“, sagte sie mit rauer Stimme, das Trikot noch klatschnass.
Die Wende war kein Zufall. Trainer Carlos Mújica hatte in der Kabine nur eine Botschaft: „Gebt Gas, egal, ob wir danach laufen können oder nicht.“ Sein Kollektiv antwortete mit aggressiver Pressing-Zone, zwang Jairis zu acht Ballverlusten im dritten Abschnitt und verwandelte die Fastbreaks in Punkte wie am Fließband.
Der Titel wirkt wie Balsam auf eine Saison, die zwischen Verletzungspech und Formtiefs schwankte. „Es war kein leichtes Jahr, das sehen alle“, so Fam. „Aber wir glaubten an den Staff, an die Fans – und manchmal braucht man einfach diesen Selbstvertrauensschub.“
Valencia feiert, während Jairis mit leeren Händen zurück nach Zaragoza muss. Die Copa de la Reina bleibt im Osten Spaniens – und der nächste Angriff auf die Liga läuft schon. Die Taronges haben geschmeckt, und sie sind hungrig geblieben.
