Usyk schlägt kabayel aus – und der deutsche platzt der kragen
Alexander Usyk hat seinen eigenen Gürtel zur Schau gestellt – und Agit Kabayel daraus geschlagen. Der ukrainische Schwergewichts-Weltmeister veröffentlichte im Magazin The Ring seine „Last-Dance“-Roadmap: drei letzte Kämpfe, null Platz für den deutschen Pflichtherausforderer. Kabayel reagiert mit offener Wut.
„Er will nur noch kassensturz“
„Ich habe Usyk für einen Krieger gehalten, der sich scheut wie der Teufel das Weihwasser“, sagt Kabayel im RTL-Doppelinterview. Stattdessen sieht der 33-Jährige einen Manager, der Rico Verhoeven, den Dubois-Wardley-Sieger und Tyson Fury Nr. 3 aufs Programm setzt – alles Gegner, die entweder keine Box-Bodenhaftung haben oder schon zweimal geschlagen wurden. „Wie kann man die Nummer 1 der Rangliste einfach ignorieren?“, fragt Kabayel und schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. Die Antwort liefert der WBC-Verband: Der Ukrainer wurde offiziell aufgefordert, seinen Titel gegen Kabayel zu verteidigen. Usyk ignorierte die Aufforderung.
Der Essener war im Januar noch siegreich gegen Damian Knyba, blieb ungeschlagen in 27 Kämpfen. Die perfekte Bilanz nutzt ihm nichts, wenn der Champion sich duckt. „Fury und Dubois hat er schon zweimal platt gemacht. Verhoeven ist ein Kickboxer. Das ist kein Sport, das ist ein großes Kasse-machen“, so Kabayel.

Der deutsche schwergewichts-traum droht zu platzen
Für Kabayel geht es um mehr als nur um ein Datum im Ring. Es geht um die erste deutsche WM-Chance im Schwergewicht seit den Tagen der Klitschkos. Usyks Plan, Ende 2026 abzutreten, lässt Kabayel auf der Strecke. „Wenn er wirklich aufhört, bleibt mir vielleicht nur ein Hintertürchen gegen einen interimistischen Champion. Aber das ist nicht das, wofür ich jahrelang gearbeitet habe.“
Promoter Erol Ceylan kalkuliert bereits mit Schadenersatz: Kabayel soll im Sommer gegen einen Top-Ten-Gegner boxen – damit die Position in den Rankings nicht erlischt. Doch selbst ein Sieg dort wird die Lücke nicht füllen, die Usyk hinterlässt. Der Ukrainer reist mit drei Gürteln und einem Ruf als Unbesiegter in den Sonnenuntergang – und hinterlässt einen Deutschen, der sich betrogen vorkommt.
Kabayel blickt auf die Uhr: „Boxen ist kein Hobby, es ist mein Leben. Wenn der Weltmeister seine Pflicht auslässt, frage ich mich, wofür wir überhaupt Ranglisten aufstellen.“ Die Antwort kennt er längst: Sie zählen nur, wenn der Champion sie auch liest. Usyk hat seine gelesen – und weggeworfen.
