Usa verweigern jamaika-stars die einreise – chaos vor dem wm-sommer

Zehn Profis von Mount Pleasant stehen am Gate, doch die Koffer bleiben auf dem Karibikpflaster. Die USA lassen sie nicht rein. Schon am Sonntag flog der jamaikanische Vizemeister mit nur 18 Feldspielern nach Los Angeles – fünf davon stammen aus der U20, weil der Trainer sonst keine Hände mehr hätte.

Das protokoll ist ein flickenteppich

Die CONCACAF schickt Klubs auf internationale Mission, vergisst aber, dass hinter den Teams Menschen mit Pässen stehen. Sieben Spieler im Kader sind haitianisch – und damit auf der US-Blacklist, die Donald Trump im Sommer 2025 per Dekret verlängerte. Die Ausnahme für „Athleten“ existiert auf dem Papier, in der Praxis blockiert der Automatismus der Visa-Stempel. Mount Pleasant erlebte es live: Anträge eingereicht, Gebühren bezahlt, Absagen erhalten. Kein Einspruch, kein Vor-Ort-Berater, nur ein PDF mit dem Stichwort „administrative processing“. Der Klub reagierte mit improvisierter Not-Truppe, doch die sportliche Lücke ist ein Politikum geworden.

Die Szene wiederholt sich weltweit. Iran zog sich bereits mit Verweis auf „feindliche Einreisepraxis“ aus WM-Gesprächen zurück, haitianische Fans dürfen ihre eigene Nationalmannschaft im Juni nicht anfeuern. Die FIFA schweigt, der Verband CONCACAF schickt Pressemitteilungen statt Lösungen. Die Logik: Wer das Turnier ausrichtet, darf auch die Regeln diktieren. Der Rest schaut zu – oder bleibt draußen.

Der countdown läuft, der protest schweigt

Der countdown läuft, der protest schweigt

In 117 Tagen rollt der Ball zur WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA. Die Gastgeber werben mit „United 2026“, doch die Realität ist ein geteiltes Feld. Kanada verlangt biometrische Daten, Mexiko patrouilliert mit Militär an Flughäfen, die USA filtern nach Herkunft. Reiseveranstalter für deutsche Fans melden bereits doppelte Preise, weil Alternativrouten über Toronto oder Tijuana einkalkuliert werden müssen. Die Botschaft: Früh buchen, spätestens im April, sonst wird’s eng.

Für Mount Pleasant geht es jetzt ums Überleben in der Runde der 16. Gegen LA Galaxy fehlen zehn gestandene Starter, die Defensive wird von einem 19-Jährigen geleitet, der letztes Jahr noch in der Schulbank saß. Trainer Theodore Whitmore klappt das Laptop zu und sagt nur: „Wir spielen, weil wir müssen. Aber die WM wird ein Testfall für den Rest der Welt.“ Die Uhr tickt, das Visum bleibt rot – und der Sport wird zum Schachbrett von Politik und Profit.