Usa bannen jamaikas vizemeister: 10 spieler dürfen nicht rein – wm droht debakel
Los Angeles wartet, Mount Pleasant kommt – aber nur mit halber Kraft. Zehn Profis des jamaikanischen Vizemeisters sitzen in Kingston fest, weil die USA ihnen die Einreise verweigern. Das Achtelfinal-Hinspiel im CONCACAF Champions Cup gegen LA Galaxy droht zur Farce zu werden.
Die betroffenen Akteure? Sieben Haitianer, zwei Jamaikaner und ein Costa Ricaner. Für Trainer Theodore Whitmore heißt es jetzt: Notkader statt Traumelf. Mit 18 statt 28 Spielern flog die Mannschaft nach Kalifornien – fünf Jugendspieler eingeschlossen, die sonst gerade mal in der U-20 ran dürfen.
Haiti-frage weist weit über den pokal hinaus
Haiti ist offiziell für die Sommer-WM qualifiziert und soll drei Gruppenspiele in den USA bestreiten. Die FIFA garantiert Sonderregeln für Spieler – doch der Champions Cup fällt nicht unter diesen Schutz. CONCACAF schwieg bislang, was die Liga-Vertreter auf die Palme bringt. Paul Christie, Sportdirektor von Mount Pleasant, schickte eine Kampfansage: „Wir wollen gewinnen, nicht mitspielen. Doch statt Elf gegen Elf bekommen wir Bürokratie statt Sport.“
Die US-Behörden berufen sich auf ein Dekret, das Bürger von 18 Ländern – darunter Haiti – einem generellen Einreisebann unterwirft. Die Begründung: Sicherheitsbedenken. Die Folge: Ein Klub, der sich durch Qualifikationsspiele hochgekämpft hat, darf nicht mit seiner besten Formation antreten.

Jetzt zählt jeder pass
Whitmore reiste mit nur zwei echten Stürmern, einem improvisierten Mittelfeld und drei Torhütern. Die LA-Galaxy-Stars um Marco Reus dürften das mit einem frechen Lächeln quittieren – schließlich treffen sie auf ein Team, das nicht einmal über genug Wechselspieler verfügt, um in der zweiten Hälfte frische Beine zu bringen.
Die CONCACAF hatte 48 Stunden vor Anpfiff noch keine Lösung präsentiert. Intern kursiert ein Krisenplan: Sondervisum über das State Department, ausgestellt in der Nacht vor dem Spiel. Realistisch ist das nicht – dafür sind die Anträge zu spät gestellt.
Für die WM-Verantwortlichen ist der Vorfall ein Vorgeschmack auf möglichen Imageschaden. Wenn schon ein Pflichtspiel der eigenen Continental-Liga nicht reibungslos klappt, wie will man dann 48 Nationalteams durch die US-Grenzen lotsen? Die Antwort liegt derzeit auf dem Schreibtisch von Donald Trumps Einreisebehörde – und die tickt anders als der Schiedsrichter.
Mount Pleasant wird spielen, das steht fest. Ob mit Stolz oder mit Frust, wird sich zeigen. Fakt ist: Ein Sieg gegen Galaxy wäre nicht nur sportlich ein Jahrhundert-Resultat, sondern auch ein Schulterzucken gegen die Bürokratie. Für den kleinen Klub aus Jamaika zählt jetzt nur ein Satz: 90 Minuten, 18 Spieler, ein Statement.
