Dubé bänkt dionicio – biel blamiert sich aus den playoffs
Ein Sieg fehlte. Ein einziger. Stattdessen schaute der EHC Biel beim 0:4 in Bern auf die Röhre und auf die eigene Bank, wo Rodwin Dionicio verstaubte. Der 27-Punkte-Verteidiger durfte im finalen Drittel nicht mehr ran – ein Coaching-Move, der die Seeländer in die Sommerpause schickt und die Twitter-Timeline zum Kochen bringt.
Dionicio schaut, bern jubelt – dubés risiko geht nach hinten los
Die Rechnung des Trainers: risikoarm, kompakt, ohne den jungen Offensiv-Zauberer. Die Realität: Biel schoss in den letzten 20 Minuten gerade mal fünf Mal aufs Tor, kassierte zwei weitere Gegentore und verabschiedete sich mit sieben Minuten Spielzeit von ihrem besten Blueliner. Dubé nach Abpfiff beim «Blick»: «Er ist ein Risiko-Spieler, heute war er nicht gut.»
Die Statistik widerspricht. Dionicio stand kein einziges Mal auf dem Eis, als Bern traf. Der Penalty, den er kassierte, wurde von Säteri gestoppt. Trotzdem kriegte er postwendend Maulkorb, während andere Defensiv-Paare ausrutschten, aber weiterspielten. Die Botschaft: Junge Kreativität wird abgestraft, alte Struktur gewinnt – nur eben nicht den Match.

Der dubé-dämpfer – serie sieben pleiten in neun versuchen
Schon im Hinspiel hatte Dubé mit einer fehlgeschlagenen Challenge den Rhythmus verschenkt. Nun die Bänkung des Hoffnungsträgers. Die Bilanz des Kanadiers in K.-o.-Serien: 2 Siege, 7 Niederlagen. Trotzdem sitzt der Coach laut Klubspitze sicher. Sportchef Martin Steinegger: «Wir glauben an Christians Langzeit-Konzept.»
Die Fans sind zwiegespalten. Auf der Tribüne pfiffen sie teils aus, auf sozialen Kanälen kursiert Hashtag #FreeDionicio. Der 21-Jährige selbst schwieg nach dem Spiel, aber sein Blick sagte genug: zwischen Fassungslosigkeit und Frust.

Die folgen – biel vor radikalem umbruch
Zweimal in Folge keine Playoffs – das gab es zuletzt 2008/09. Die sportliche Führung verlangt Konsequenzen. Laut Insidern sind Neuzugänge nur mit Abgängen finanzierbar, ein Top-6-Stürmer sowie ein erfahrener Verteidiger sollen kommen. Ob Dionicio dann noch Teil der Lösung ist, steht in den Sternen. Sein Vertrag läuft 2026 aus, die Ablöse für ein NL-Talent wäre beachtlich.
Für Bern geht der Traum weiter. Die SCB-Youngster empfangen nächste Woche Zug, das Stadion ist schon ausverkauft. In Biel dagegen beginnt die Rechenschaftsphase. Dubé muss beweisen, dass Risiko-Management nicht nur heißt, Risiken abzuschieben. Dionicio muss beweisen, dass ein Maulkorb ihn nicht zum Schweigen bringt. Und der Klub? Der muss beweisen, dass zwei Jahre ohne Playoffs keine Tradition werden.
Die Sommerloch-Debatte ist vorbei, bevor das Sommerloch begann. Biel liefert das erste Drama der Off-Season – und es ist kein Happy End.
