Youtube im auto: google lockert streaming-funktion auf – mit haken!

Die lange sehnsüchtige Wartezeit scheint endlich vorbei zu sein: YouTube wird bald auch in Android Auto verfügbar sein. Doch wie die ersten Berichte aus den USA zeigen, ist die Freude getrübt – denn das Streaming sieht anders aus, als wir es von Smartphone oder Tablet kennen.

Audio statt video: ein kompromiss für die sicherheit

Wer auf der Jagd nach den neuesten Sport-Highlights oder den Lieblings-Podcasts im Auto war, kennt das Problem: Android Auto ließ bisher die YouTube-App einfach nicht zu. Umständliche Workarounds waren die Folge, doch nun scheint Google einen Ausweg gefunden zu haben – wenn auch einen überraschend eingeschränkten. Derzeit wird eine erste Version der YouTube-App für Android Auto in den USA ausgerollt, und sie ist weit entfernt von dem, was wir gewohnt sind.

Die Innovation liegt im Detail: Es wird lediglich der Audio-Stream des Videos übertragen, während das Display lediglich das Thumbnail anzeigt. Kein Video, kein Scrollen, nur Audio. Das erinnert eher an das Anhören eines Radiosenders als an das komfortable YouTube-Erlebnis, das wir von anderen Geräten kennen. Ein cleverer Schachzug, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten und gleichzeitig den Nutzern einen gewissen Mehrwert zu bieten.

Die Verteilung erfolgt übrigens nicht über ein klassisches Software-Update, sondern serverbasiert. Das bedeutet: Jeder Android Auto-Nutzer muss einfach abwarten, bis die neue Version auf seinem Gerät landet. Ob und wann die Funktion auch in Deutschland verfügbar wird, ist derzeit noch unklar.

Warum google so zögert: das risiko der ablenkung

Warum google so zögert: das risiko der ablenkung

Die Entscheidung von Google, YouTube so spät und in so eingeschränkter Form in Android Auto zu integrieren, ist nachvollziehbar. Das Abspielen von Videos während der Fahrt ist in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, illegal und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. § 173 des Straßenverkehrsgesetzes verbietet die Nutzung von Geräten, die zur Ablenkung führen können. Die bisherigen Workarounds mit Drittanbieter-Apps waren daher immer mit einem gewissen Risiko verbunden.

Die neue, audiobasierte Lösung könnte ein Kompromiss sein, der sowohl den Bedürfnissen der Nutzer als auch den Sicherheitsbestimmungen gerecht wird. Allerdings bleibt die Frage, ob dieses eingeschränkte Erlebnis überhaupt den erwarteten Hype rechtfertigen wird.

Die Entwicklung zeigt, wie schwierig es ist, innovative Technologien in den Straßenverkehr zu integrieren, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden. Google hat sich für einen vorsichtigen Ansatz entschieden, der zwar nicht alle Wünsche erfüllt, aber zumindest einen legalen und relativ sicheren Weg bietet, YouTube im Auto zu nutzen. Ob diese Strategie aufgeht, wird die Zukunft zeigen.