Dbb-frauen: heim-wm ohne primetime-glanz?
Berlin – Ein bitterer Nachgeschmack für den deutschen Frauensport: Die Vorrundenspiele der DBB-Nationalmannschaft bei der Heim-Weltmeisterschaft im Sommer fallen nicht in die begehrte Primetime. Der offizielle Spielplan, der am Dienstag veröffentlicht wurde, wirft ein schlechtes Licht auf die Erwartungen an ein volles Haus und eine breite mediale Aufmerksamkeit.
Frühe anpfiffe schmälern das zuschauererlebnis
Die Spiele in der Uber Arena und der Max-Schmeling-Halle sind für den frühen Abend angesetzt. Das bedeutet: Während viele Fans nach der Arbeit erst Zeit finden, vor den Fernsehern oder in den Hallen Platz zu nehmen, kämpfen unsereinnen bereits um jeden Punkt. Das Eröffnungsspiel gegen den vierfachen Europameister Spanien am 4. September um 17:45 Uhr in der Uber Arena ist da nur die Spitze des Eisbergs.
Auch die weiteren Gruppenspiele gegen Japan (5. September, 18:00 Uhr in der Max-Schmeling-Halle) und Mali (7. September, 17:50 Uhr in der Uber Arena) finden zu Zeiten statt, die es dem breiten Publikum schwer machen, die Unterstützung zu gewährleisten. Die Entscheidung der Organisatoren bleibt schleierhaft. Ein Medaillen-Ziel ist angesichts dieser Umstände noch schwieriger zu erreichen.

Sabally-schwestern und wnba-power – reicht das?
Bundestrainer Olaf Lange kann sich zwar auf ein starkes Aufgebot verlassen, darunter die talentierten Schwestern Satou und Nyara Sabally sowie weitere WNBA-Stars wie Leonie Fiebich, Luisa Geiselsöder und Frieda Bühner. Doch selbst diese Kaliber allein können den fehlenden Zuschauerzuspruch nicht kompensieren.
Die Qualifikationsrunde, das Viertelfinale, Halbfinale und das Finale finden zwar zu späteren Zeiten statt, doch der entscheidende Schwung fehlt bereits. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wie kann der DBB sicherstellen, dass die Heim-WM nicht zu einem verpassten Moment für den deutschen Frauensport wird? Die Fans sind bereit, aber die Zeiten müssen stimmen. Das ist eine klare Ansage.
