Stefano de martino zieht nach sanremo-bestätigung alle register – jackals-comedy im nachtprogramm
Neapel ist wieder Dienstagabend-Comedy-Hauptstadt. Um 21.25 Uhr flimmert die zweite Ausgabe der zwölften Staffel „Stasera tutto è possibile“ über Rai 2 – und Moderator Stefano De Martino spielt bereits mit dem Jackpot in der Tasche: Die Rai hat ihn offiziell für das Festival di Sanremo 2027 vorgesehen. Das macht ihn zum jüngsten Conferencier, der die Aristokraten-Show der italienischen Musik übernehmen wird.

Die jackals treffen auf paolantoni und nek – ein step-duell ohne netz
Im Auditorium von Via Guglielmo Marconi geht es heute ums Ausschalten und Mitmachen. Das Thema lautet „Step Duel“ – ein Wortspiel, das im Studio für schweißtreibende Spiele steht. Zu Gast: Francesco Paolantoni, der mit dem Spitznamen „Mr. Gravitation“ durch die schräge Kammer taumeln wird, Sänger Nek, der sich erstmals live einem Tanz-Wettbewerb stellt, und Biagio Izzo, der sich in der berüchtigten „Stanza inclinata“ an die Wand pinnnen lässt. Dazu die Jackals-Combos Aurora Leone und Fabio Balsamo, die ihre TikTok-Slams in linearer Großauflösung auspacken.
Hinter den Kulissen arbeitet Regisseur Sergio Colabona mit einem Trick: Die Sendung wird nicht einfach aufgezeichnet, sondern in Echtzeit geschnitten – 14 Kameras, zwei Overhead-Kräne, ein Liveswitcher, der jeden Gag in unter einer Sekunde auf den Sender bringt. Die Quote des Auftakts lag bei 14,8 % Marktanteil bei den 15- bis 44-Jährigen, das ist für Rai 2 ein Doppelpack aus Reichweite und Imagegewinn.
Die Spiele sind längst Markenware. „Segui il labiale“ zwingt die Promis, Sätze wie „Trallallero, ich bin der Döner des Lachens“ nur mit Lippenbewegungen zu übermitteln. „Do re mi fa male“ lässt sie in falscher Tonlage übers Mikro stolpern, während „Stammi dietro dance“ die Kandidaten in einem 360-Grad-Tanz-Karussell zermürbt. Dazwischen: DJ Claudio Cannizzaro, der die BPM aus der Hand des Publikums steuern lässt, und Claudio Lauretta, der als Gerry-Scotti-Double die Moderatoren-Loge aufmischt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Produktionskosten pro Sendung liegen bei 280.000 Euro, dafür generiert Rai 2 durch Sponsoring und Product-Placement bereits vor der Ausstrahlung 320.000 Euro. Die Marke „Stasera tutto è possibile“ ist mittlerweile so verlässlich wie ein Freitagabend-Krimi – nur mit mehr Panda-Kostümen und schrägem Gelächter.
Um 23.10 Uhr ist Schluss, dann rollen wieder die Lieferwagen der Gäste über die Via Marconi. Doch die Wette steht fest: Bevor De Martino im Februar 2027 die Teatro Ariston-Bühne betritt, wird er in Neapel noch ein paar Muskeln mehr verlangen. Die zweite Ausgabe ist seine Generalprobe für Sanremo – und die Ratings werden zeigen, ob das Land bereit ist, ihm auch die Musik-Krone anzuvertrauen.
