Imma tataranni knackt 23,8 % marktanteil und jagt mörder-anwalt
Rai 1 zündet den nächsten Turbo-Abend: Um 21.30 Uhr jagt Vanessa Scalera als Staatsanwältin Imma Tataranni einen Star-Anwalt, der kurz vor seinem Tod seine eigene Tochter verlor – und liefert damit die dritte Episode der fünften Staffel, die zuletzt 4,07 Millionen Italiener vor dem Bildschirm festnagelte.
Der fall pignatelli zerreißt zwischen karriere und liebe
Marco Pignatelli, einmal gefeiertter Strafverteidiger, liegt in seiner Villa bei Milano mit durchtrennter Kehle. Kein Einbruch, keine Fingerabdrücke. Ein perfekter Mord, aber warum wurde die Leiche in einem Kleidchen seiner tochter aufgefunden? Imma spürt, dass der Anwalt ein zweites Leben führte – und dass ihre eigene Karriere als Chefanklägerin an diesem Abend enden oder beginnen könnte.
Parallel schlägt Mike, der neue forensische Leiter, ein letztes Mal an. Seine Kündigung liegt unterschrieben auf dem Schreibtisch, doch zwischen ihm und Imma knistert es so laut, dass selbst der pathologische Assistent den Blick abwendet. Die Ermittlerin muss wählen: Amtsdisziplin oder Herz.
Das Script basiert lose auf dem Roman „L’estate dei segreti“ von Mariolina Venezia, doch die Serie verlässt sich nicht auf literarische Zitate. Stattdessen setzt Regisseur Michele Soavi auf handfeste Kalabresenküche: eine Autobahnraststätte, ein vergessenes Handy in einem Hamburger-Pappbecher und eine WhatsApp-Sprachnachricht, die erst beim dritten Anhören offenbart, dass der Mörder Akzent hat.

Streaming-zahlen explodieren – raiplay verzeichnet 38 % zuwachs
Während die lineare Einschaltquote mit 23,8 % bereits die Premiere um 1,4 Prozentpunkte übertrumpfte, legt RaiPlay noch eins drauf: Die Abrufe der ersten beiden Episoden klettern auf 2,3 Millionen Views, plus 38 % gegenüber Vorwoche. Der Haken: Die Plattform stockt nach 21 Uhr die Serverkapazitäten auf, weil sonst die Seite zusammenbricht – ein Luxusproblem, das sich Netflix in Italien nur erträumen kann.
Für Vanessa Scalera ist die Rolle inzwischen ein second skin. Sie trainierte für die neue Staffel mit echten Staatsanwälten in Catanzaro und übernahm deren Körpersprache: schulterhohes Jackett, keine Hände in den Taschen, Blickkontakt bis zur Unbequemlichkeit. Das Resultat: eine Protagonistin, die selbst beim Telefonat mit ihrer Mutter wie ein Verhör klingt.
Die fünfte Staffel endet nächste Woche mit einer doppelten Zeitrechnung: Imma löst den Mord, aber die letzte Einstellung zeigt sie vor dem Palazzo di Giustizia, wo ihre Ernennung als Chefanklägerin verkündet wird – oder eben nicht. Drehbuchautorin Teresa Ciabatti hat zwei Endversionen gedreht. Welche ausgestrahlt wird, entscheidet sich erst nach der Einschaltquote von heute Nacht. Manchmal ist auch im Fernsehen alles Verhandlungssache.
