Klaus schäfer: paderborn schafft 2:2, aber der aufstieg rutscht weg
Paderborn – Der SC Paderborn hat sich selbst wieder ein Bein gestellt. Ein spät erkämpftes 2:2 gegen Karlsruhe rettet die letzte Hoffnung, doch nach vier sieglosen Spielen in Serie ist der Relegationsplatz nur noch ein temporärer Strohhalm. Die Luft wird dünn im Benteler-Arena-Kessel.
Die zahlen lügen nicht: 5 punkte aus 4 spielen
Was vor drei Woceng noch wie ein Sprint aussah, mutiert zum Hürdenlauf. Die Westfalen holten seit dem 3:2 gegen Schalke nur noch einen Zähler – und der war heute höchstens ein Trostpflaster. Filip Bilbija nutzte die erste Druckphase und schob zur Führung ab, doch Mika Baur traf nur den Pfosten. Die Karlsruher schliefen nicht lange: Fabian Schleusener und Shio Fukuda drehten binnen vier Minuten das Match. Sebastian Klaas’ 85-Minute-Ausgleich befeuerte die Kurve, aber die Tabelle lügt nicht. Elversberg und Hannover können am Wochenende auf drei bzw. vier Punkte davonziehen.
Trainer Ralf Kettemann stemmte sich gegen das Frustbild, doch seine Gesichtsfarbe verriet mehr als alle Worte. „Wir haben Großchancen liegen lassen, dann zwei Standardfehler gemacht. So gewinnt man keine Aufstiegsrunden“, sagte er mit schwerer Stimme. Die Statistik bestätigt: Drei Gegentore nach Ecke oder Freistoß in den letzten vier Partien – das ist Aufstiegs-Selbstmord.

Brackelmanns wut und der fehlende killerinstinkt
Abwehrspieler Calvin Brackelmann sprach nach Abpfiff offen aus, was viele dachten: „Wenn wir das 2:0 machen, ist die Partie gelaufen.“ Stattdessen schenkte Paderborn Karlsruhe zwei Geschenke. Beim 1:1 verlor man den zweiten Ball, beim 1:2 rutschte die Abwehr auseinander wie ein Kartenhaus. „So kann man eben nicht gewinnen“, schimpfte Brackelmann. Die Worte klangen wie ein Spiegelbild der Saison: viel Ball, viel Tempo, aber zu oft ohne Killerinstinkt.
Die nächsten Gegner? Auswärts in Braunschweig, dann Heimspiel gegen schwächelnde Kieler. Theoretisch machbar. Praktisch braucht Paderborn jetzt Schützenhilfe und einen Siegeslauf, der derzeit nicht erkennbar ist. Die Fans sangen nach dem Schlusspfiff trotzdem „Nie mehr 2. Liga“, doch die Stimmen klangen schon wie eine Verneinung der Realität.
Die Westfalen müssen gewinnen, während andere nur punkten. Drei Spiele, neun Punkte – das wäre die reine Lehre. Aber wer vier Spiele nicht siegt, traut sich selbst nicht mehr zu, Wunder zu vollbringen. Die Saison ist noch nicht gelaufen, doch der Zug könnte bald ohne sie abfahren.
