Imma tataranni jagt den mörder einer pensionierten lehrerin – und verliert sich dabei fast selbst

Mit 3,96 Millionen Zuschauern startete die fünfte Staffel von Imma Tataranni auf Rai 1 durch – ein Quotenhit, der heute Abend 21:30 Uhr seine zweite Runde dreht. Thema: der Tod einer pensionierten Lehrerin, deren Leiche in einem verlassenen Landhaus bei Matera gefunden wird. Was zunächst nach einem tragischen Unfall aussieht, entpuppt sich rasch als kaltschnäuziges Kalkül. Und dahinter: ein Netz aus alten Schuldzuweisungen, verdrängten Schuldgefühlen und einem Geheimnis, das seit 30 Jahren schwelt.

Die ermittlerin zwischen jagd und selbstzerfleischung

Vanessa Scalera spielt die Staatsanwältin mit diesem kratzenden Charme, der Italienerinnen seit Montalbano lieben: schnelle Spur, scharfe Zunge, weicher Kern. Doch in dieser Folge bröckelt Immas Fassade. Die Trennung von ihrem Mann nagt, die Tochter zieht aus, und der neue Chef, Altiero Galliano (Rocco Papaleo), setzt auf harte Hand statt Teamgeist. Seine Leidenschaft: die Jagd. Sein Credo: „Wer zögert, verliert.“ Ein Satz, der Imma wie ein Seitenhieb auf ihr Privatleben vorkommt.

Die Totale ruft nach einem Motiv, doch die Lehrerin hatte offenbar keine Feinde – nur ehemalige Schüler, die sich gern an ihre Strenge erinnerten. Einer von ihnen ist heute Anwalt, ein anderer lebt seit Jahren in Irland, wieder ein anderer betreibt eine Bar in Bernalda. Alle haben Alibis, keiner ein Motiv. Bis Imma ein Foto findet: die Klasse von 1996, vor dem alten Gymnasium. Drei der Abgebildeten sind inzwischen tot, zwei sitzen im Gefängnis. Die Quote wirkt wie ein dunkler Scherz: Wer als Nächstes dran ist?

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Für Sportfreunde wie mich hat die Serie einen Nebeneffekt: Sie spielt genau dann, wenn Rai 1 sonst Europapokal zeigt. Statt Champions-League-Viertelfinale bekommen wir diesmal Dolce-Vita-Krimi. Die Entscheidung der Programmchefs ist kein Zufall. Die Quote der ersten Folge lag bei 24,1 % – das schlägt selbst eine englische Top-Partie. Sport oder Serien? Die Zahlen sprechen für Imma. Die italienische Fernsehlandschaft verwandelt sich vom Spielfeld zum Tatort.

Die Frage bleibt: Hält die Ermittlerin dem Druck stand? Oder wird sie, wie ihre Vorgängerin in Staffel vier, am Ende selbst zur Beschuldigten? Die Antwort liefert Rai 1 heute Nacht – und bei mir auf tsv-pelkum-sportwelt.de morgen früh die erste Reaktion aus der Kurve. 3,96 Millionen Zuschauer können sich irren – aber sie kommen wieder. Das ist der wahre Sieg von Imma Tataranni: nicht die Jagd auf den Mörder, sondern die Rückeroberung des Sonntagabends.