Un-nooh fegt o’sullivan mit 147er-blitz weg – thai holt ersten großen
Diepchaiya Un-Nooh hat in Yushan nicht nur Ronnie O’Sullivan besiegt, sondern die Uhr zurückgedreht. 10:7 nach 147, 132 und 131 in drei Frame – das braucht 27 Minuten und 14 Sekunden. Kein Mensch im „Billardstadion“ hatte vorher gesehen, wie jemand den Rocket aus einer 4:0-Führung schießt und ihm anschließend den Takt klaut.
Der moment, in dem sich das finale drehte
O’Sullivan flog aus den Startlöchern, versenkte alles, was kugelrund war. 4:0 – ein Déjà-vu für alle, die ihn seit drei Jahrzehnten gewöhnt sind, Gegner leer aussehen zu lassen. Doch Un-Nooh blieb kalt. Er zog sich den Schläger trocken, wischte die Kugeln wie Staub vom Tisch und schraubte das Resultat bis zur Mittagspause auf 5:4. Die Halle verstummte, weil sie merkte: Jetzt wird gezaubert.
Nach der Pause schraubte O’Sullivan drei Centuries hintereinander – 114, 102, 136 – und schien die Schlinge zuzuziehen. Wer ihm in den letzten Monaten zugesehen hat, weiß: Wenn der Mann in Flow kommt, wirft er Schlüssel und Gegner aus dem Fenster. Aber diesmal war Flow nicht genug. Un-Nooh antwortete mit einer 77 zum Ausgleich und jagte dann die weiße Kugel so schnell über den Tuch, dass die Kameras kaum mithalten konnten. 132, 147, 131 – drei Frames, drei Centuries, ein Maximum, das ihm die 15.000-Pfund-Prämie für höchstes Break zwar entgehen lässt, dafür aber die 180.000-Pfund-Siegerprämie einbringt.

Warum der triumph weit über yushan hinausreicht
Für Un-Nooh ist das mehr als ein Pokal. Es ist das Ticket zur Tour Championship und die Bestätigung, dass seine 2019er-Sensation beim Shoot-Out kein Zufall war. Er sprach von einem „doppelten Traum“ – Titel plus WM-Teilnahme – und klang dabei wie ein Mann, der endlich seine Rechnung präsentiert. Für O’Sullivan war es trotz Niederlage ein guter Tag. Die 153 im Viertelfinale bleibt die höchste Zahl, die je in der Profi-Historie stand, und er selbst sagte: „Er hat mir ordentlich eins übergebraten.“ Das klang fast nach Stolz.
Die Snooker-Welt schaut jetzt nach Sheffield. Die WM rückt näher, und wer zuvor dachte, O’Sullivan sei unangreifbar, musste lernen: In Yushan kann ein Thai mit einer Queue ein ganzes Feuerwerk zünden – und den Rocket kurzzeitig landen lassen.
