Sevilla feuert almeyda nach debakel gegen valencia – neunter trainer in vier jahren

Matías Almeyda ist weg. Nach dem 0:2 gegen Valencia und einer Vorstellung, die selbst die hartgesottensten Führungskräfte im Nervión-Sevilla erzittern ließ, zog der Klub die Notbremse. 265 Tage war der Argentinier im Amt – jetzt sucht der Sevilla FC schon den neunten Trainer innerhalb von vier Jahren.

Die Zahlen sind ein Offenbarungseid: 32 Liga-Spiele, acht Siege, sieben Unentschieden, 14 Niederlagen. 43 Tore erzielt, 52 kassiert – kein Verein in ganz LaLiga kassierte mehr. Die Copa del Rey endete bereits im Achtelfinale gegen Alavés. Die Konsequenz: Am Montagmorgen flatterte die Kündigung ins Büro des 50-Jährigen.

Almeyda übernahm die schuld – und kassierte trotzdem

Almeyda übernahm die schuld – und kassierte trotzdem

„Ein sehr schlechtes Spiel, und dafür bin ich verantwortlich“, sagte Almeyda nach Abpfiff, noch blass vom Blutdruckanstieg, der ihn kurz zuvor in die Kabine geschickt hatte. Er wusste, was kommt. „Ich fürchte mich nicht, aber eine Entlassung ist möglich, und wenn es hilft …“ Der Satz blieb unvollendet, die Entscheidung folgte wenige Stunden später.

Der Klub nutzt die Länderspielpause, um neuen Wind zu schaffen. Am Sonntag, 5. April, steht das Finale gegen Oviedo an – ein Neuanfang mit altem Druck. Denn der Sevilla steht nur drei Punkte über dem Strich, den nun Mallorca zieht. Die Andalusier sind Tabellenletzter in puncto Gegentore, Spitzenreiter in puncto Trainerwechsel.

Die Liste der gescheiterten Versuche liest sich wie ein Who-is-Who der europäischen Mittelmeisterschule: Lopetegui, Sampaoli, Mendilibar, Diego Alonso, Quique Sánchez Flores, García Pimienta, Joaquín Caparrós – und eben Almeyda. Nun sucht Sportdirektor Antonio Cordón den nächsten Kandidaten. Die Frage ist nicht, ob er ihn findet, sondern wie lange er durchhält.

Almeyda verlässt Sevilla ohne Fanfare, aber mit Einsicht. Die Mannschaft schwankte zwischen taktischer Verunsicherung und physischer Leere. Die Leidenschaft, mit der er einst River Plate und Guadalajara prägte, blieb im Sánchez-Pizjuán unerkannt. Ein Projekt, das als Befreiung begann, endet in der üblichen Routine: Abschied, Neuanfang, erneute Ungewissheit.

265 Tage, acht Siege, ein blutleerer Abstieg in die sportliche Bedeutungslosigkeit. Der Sevilla FC tritt erneut die Flucht nach vorn an – und weiß dabei genau, dass der nächste Trainer bereits den Countdown läuft.