Union berlin: eta konzentriert sich auf den rasen – und ignoriert hass
Berlin – Der Hype um Marie-Louise Eta ist unbestreitbar. Nach ihrer überraschenden Berufung zur Interimstrainerin von Union Berlin herrschte Medienrummel, der dem Hauptstadtklub selten widerfahren ist. Doch die 34-Jährige scheint davon unbeeindruckt. Bei ihrer ersten Pressekonferenz machte sie deutlich: Ihr Fokus liegt einzig und allein auf dem Sport.
Der neustart gegen wolfsburg
Am Samstag steht das Duell gegen Wolfsburg an, und Eta signalisiert, dass sie sich voll und ganz auf die Vorbereitung konzentriert. "Ich verstehe das Interesse, aber für mich ist es wichtig, dass es um das Tagtägliche geht, um das, was auf dem Platz passiert," betonte sie.
Die Entscheidung, Eta als Interimstrainerin zu installieren, kam für sie persönlich unerwartet. "Ich war überrascht, aber habe mich sehr über das Vertrauen gefreut," erklärte sie. Dass sie damit die erste Cheftrainerin in der Bundesliga ist, scheint ihr hingegen keine große Rolle zu spielen. "Es wäre schön, wenn es das Thema, die Frage nicht mehr geben würde. Es sollte sich nur um denFußball drehen," forderte sie.

Hasskommentare und teamgeist
Die negativen Äußerungen im Netz, die Eta in den letzten Tagen erlebt hat, will sie nicht weiter thematisieren. "Ich habe keine Zeit dafür, mich damit zu beschäftigen," so Eta. Die Resonanz von Vereinsseite und die überwiegend positiven Rückmeldungen wogen jedoch schwerer. Was sie aber wirklich beflügelt, ist die Stimmung im Team. Bei ihrer ersten Einheit hat sie ein intaktes und offenes Team vorgefunden, was ihr Auftanken für die kommende Aufgabe gibt.
Personell muss Eta gegen Wolfsburg einige Ausfälle verkraften. David Preu, Woo-Yeong Jeong und Matheo Raab fallen verletzungsbedingt aus. Auch Talent Linus Güther, der im Pokal gegen Hertha BSC glänzte, wird vorerst bei der U19 eingesetzt, um dort Spielpraxis zu sammeln. "Er wird aber zweimal die Woche bei uns mittrainieren. Linus ist ein toller Junge, an dem wir noch viel Freude haben werden," versicherte Eta.
Die Herausforderung, Wolfsburg zu besiegen, wird nicht einfach. "Sie haben vor allem viele Spieler in der Offensive, die Tempo und Spielintelligenz mitbringen," warnte Eta. Dennoch ist sie zuversichtlich: "Ich bin davon überzeugt, dass wir deren Qualität gut dimmen können. Wir werden an ein paar Stellschrauben drehen, aber mit einem Tiki-Taka-Fußball können wir jetzt noch nicht rechnen. Es geht darum, erstmal wieder Stabilität reinzubekommen.”
Die erste Bewährungsprobe für Marie-Louise Eta steht also bevor. Es bleibt abzuwarten, ob sie die Union-Mannschaft stabilisieren und den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt einleiten kann. Die Zeichen stehen jedenfalls auf konzentriertes Arbeiten und eine klare sportliche Ausrichtung.
