Wm-wahnsinn: klimakrise droht durch fußball-gigantismus
Die Fußballwelt fiebert der größten Weltmeisterschaft aller Zeiten entgegen – doch hinter der Euphorie verbirgt sich eine düstere Wahrheit: Der CO₂-Ausstoß wird neue, erschreckende Höchststände erreichen. Während andere Sportveranstaltungen versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, scheint die FIFA in einen Wettlauf um Emissionen verwickelt zu sein.
Ein klima-desaster in rekordgröße
Die WM 2026 in Nordamerika, mit ihren drei Gastgeberländern Mexiko, Kanada und den USA, verspricht, das größte Sportereignis der Geschichte zu werden – 48 Teams, 104 Spiele. Doch dieser gigantische Rahmen hat einen hohen Preis: Experten schätzen, dass die Emissionen auf fünf bis neun Millionen Tonnen CO₂ ansteigen werden. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei der WM 2018 in Russland (2,17 Millionen Tonnen) und sogar deutlich höher als bei der WM 2022 in Katar (3,17 Millionen Tonnen). Selbst die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris mit rund 1,75 Millionen Tonnen werden in diesem Vergleich blass aussehen.
David Gogishvili von der Universität Lausanne verdeutlicht die Problematik: „Anders als bei den Olympischen Spielen, bei denen der CO₂-Fußabdruck kontinuierlich reduziert wurde, sehen wir bei der FIFA-WM eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung.“ Die schiere Größe des Turniers, gepaart mit den enormen Distanzen, die Teams, Funktionäre und Fans zurücklegen müssen, machen die WM zu einem Klimakiller.

Distanz als hauptproblem: flugreisen belasten klima
Obwohl alle 16 WM-Stadien bereits existierten und somit Baukosten und entsprechende Emissionen entfielen, überwiegen die Umweltauswirkungen durch die notwendigen Flugreisen. Die geografische Verteilung der Spiele über drei Kontinente erfordert eine immense logistische Anstrengung und führt zu einem enormen CO₂-Ausstoß. Die Versprechen des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino aus dem Jahr 2021, die Weltmeisterschaften klimafreundlicher zu gestalten, scheinen sich in Luft aufzulösen. Die Kritik nach der umstrittenen Behauptung einer „klimaneutralen“ WM in Katar im Jahr 2023 hat dazu geführt, dass die FIFA mittlerweile auf solche Versprechen verzichtet – ein fatales Zeichen.
Die WM 2030, die auf drei Kontinenten und in sechs Ländern ausgetragen wird, und die WM 2034 in Saudi-Arabien, gesponsert vom Ölkonzern Aramco, lassen wenig Hoffnung auf eine Trendwende erkennen. Umweltexperten fordern daher eine klare Obergrenze für die Anzahl der Teilnehmer, um die negativen Auswirkungen auf das Klima zu begrenzen.
Die Freude über die bevorstehende WM wird so von der Sorge um den Planeten überschattet. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Fußball scheint seinen ökologischen Verantwortung bisher wenig Bedeutung beizumessen. Die WM 2026 wird nicht nur ein sportliches Spektakel, sondern auch ein mahnendes Beispiel für die globale Klimakrise.
