Ulm dreht 65:72 gegen bonn und katapultiert sich auf platz fünf

65:72 in der 35. Minute, Telekom Baskets Bonn bereits mit Champagner in der Hand – und dann dreht ratiopharm Ulm auf wie ein Wirbelsturm. 19:5-Schlussspurt, vier Siege in Serie, fünfter Platz. Das 84:77 (39:40) gegen den früheren Champions-League-Sieger ist kein einfaches Heimglück, sondern ein Statement vor eigenem Publikum.

Justin simon trifft, jeff garrett jr. schaut in die röhre

Justin simon trifft, jeff garrett jr. schaut in die röhre

Justin Simon traf die Bonn-Zone mit 16 Punkten, aber seine Defense in den letzten fünf Minuten war der eigentliche Killer. Bonn warf noch zwei Feldkörbe, verlor aber jeden zweiten Ball. Jeff Garrett jr. hämmerte 23 Punkte rein, doch als Simon ihn in der 38. Minute blockte, war die Luft raus.

Die Zahlen sind hart: Bonn kassiert die sechste Auswärtspleite, rutscht auf Rang vier und muss nun vor eigenen Fans gegen Bamberg liefern. Ulm feiert den zehnten Heimsieg und hat die Playoff-Zone endgültig im Visier. Zwischen Platz fünf und acht liegen nur zwei Siege – das Tableau ist offener als je zuvor.

Lo que nadie cuenta es: Ulms Bankdrücken in der Defense. Drei Offensivrebounds in Folge, Bonn stand wie angewachsen. Trainer Thorsten Leibenath hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir müssen die zweiten Chancen kriegen.“ Seine Jungs holten sich neun – und verwandelten sie in 13 Punkte.

Die Ulm-Arena brodelte, 6.300 Zuschauer schwenkten weiße Tücher, als Simon den letzten Freiwurf versenkte. Die Serien: Ulm vier Siege, Bonn drei Niederlagen in den letzten vier Partien. Die Moral: eine Mannschaft glaubt sich selbst, die andere beginnt an sich zu zweifeln.

Am Freitag geht’s für Ulm nach Berlin, Bonn empfängt Bamberg. Wer jetzt zittert, verliert die Saison. Wer jetzt attackiert, schreibt das nächste Kapitel. Die Bundesliga ist kein Marathon mehr, sondern ein Sprint über acht Spieltage – und Ulm hat gerade die Schuhe geschnürt.