Ulbricht rast kristallkugel im foto-finish: deutscher snowboard-coup in kanada
Mount St. Anne – 21 Jahre, ein Punkt Vorsprung, ein Foto-Finish. Leon Ulbricht hat am Samstagabend (Ortszeit) die große Kristallkugel im Snowboardcross erobert – und das, obwohl er nur Zweiter wurde. Der Lörracher schob sich hinter Sieger Adam Lambert (Australien) über die Linie, reichte aber, um Aidan Chollet (Frankreich) auf Distanz zu halten. 435 Punkte stehen am Ende in seiner Spalte, 413 bei Lambert, 383 bei Chollet.
Chollet scheitert schon im viertelfinale
Die Dramatik begann schon vor dem Finale. Chollet, der mit Ulbricht um die Gesamtwertung rang, flog im Viertelfinale raus – ein Fehler, der den 23-jährigen Franzosen die Krone kostete. Ulbricht selbst schrammte im Halbfinale haarscharf am Aus vorbei: Sein Board rutschte Millimeter über die Schneekante, das Foto-Finish zeigte 0,04 Sekunden Vorsprung. „Ich hab nur noch geballert, was das Zeug hält“, sagte er im Zielinterview.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Ulbricht ist erst der zweite Deutsche nach Martin Nörl (2021/22 und 2022/23), der die Gesamtwertung gewinnt. Für den Sportsoldaten vom SC Rötteln ist es die versöhnliche Antwort auf den Olympia-Crash von Italien, wo er mit Nörl kollidierte und im Viertelfinale landete. Seitdem fuhr er vier Mal aufs Podest – und jetzt auf den Thron.

Nörl wird neunter – und applaudiert
Martin Nörl schloss als Neunter (185 Punkte) ab, stand aber nach dem Rennen an der Bande und klatschte seinem Kameraden ab. „Leon hat diese Saison jeden Centimeter gefightet. Er hat es verdient“, sagte Nörl. Der 28-jährige Berchtesgadener blickt nun auf die WM 2027 – Ulbricht aber schielt schon weiter: „Jetzt erstmal durchatmen. Dann sehen wir, wie weit wir 2030 nach oben gehen können.“
Die Kristallkugel ist sicher. Die Nerven erst mal nicht.
