Tv hüttenberg zieht vor dhb-gericht: punkte wegen fehlender anti-doping-klausel aberkannt

37:34 stand es, als die Sirene schrillte. Die Halle tobte, die Spieler fielen sich in die Arme. Drei Monate später ist aus dem Sieg eine Niederlage geworden – und der TV 05/07 Hüttenberg klagt.

Der Grund: Julius Gümbel hatte beim Heimsieg gegen TuSEM Essen am 14. Februar 2026 angeblich keine gültige Anti-Doping-Schiedsvereinbarung unterschrieben. Die Handball-Bundesliga strich daraufhin die beiden Punkte, wertete das Spiel mit 0:2 und 0:0 Toren für Essen. Für Hüttenberg ein Schlag ins Gesicht.

Timm schneider: „wir schulden es der mannschaft“

„Wir halten den Punktabzug für unverhältnismäßig“, schießt Geschäftsführer Timm Schneider zurück. „Unsere Mannschaft hat sich die Punkte auf dem Feld erkämpft.“ Schneider beauftragte sofort den Handball-Rechtsanwalt Helge Olaf Käding aus Preußisch Oldendorf. Ziel: Der Beschluss muss weg.

Die Argumentation des Klubs: Ein formeller Verstoß dürfe nicht über sportliche Leistung entscheiden. „Auch wenn die Punkte tabellarisch wenig bewirken, könnten sie am Ende den Abstiegskampf beeinflussen“, warnt Schneider. Die zweite Kammer des Bundessportgerichts des DHB muss nun klären, ob die HBL mit der Strafe über das Ziel hinausgeschossen ist.

Fall gümbel zieht kreise bis in die bundesliga

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Der Fall hat Signalwirkung. Denn nicht nur Hüttenberg ist betroffen. Auch die Rhein-Neckar Löwen müssen nach demselben Muster Punkte abgeben. Gegen Lemgo fehlte ebenfalls die unterschriebene Anti-Doping-Klausel – die HBL nahm den Sieg zurück. Geschäftsführer Holger Bachert kündigte ebenfalls Einspruch an.

Beide Klubs spielen dieselbe Karte: Die Richtlinie sei zwar da, die Strafe aber zu hart. Die Gerichte müssen nun entscheiden, ob Formalien künftig Spiele umschreiben dürfen. Die Entscheidung fällt vor Saisonende – und könnte die Tabelle noch einmal durcheinanderwirbeln.

Die Lehre: In der 2. Liga wie in der Bundesliga zählen nicht nur Tore und Paraden, sondern auch unterschriebene Blätter. Wer das vergisst, bekommt die Quittung – und landet vor dem Richter.