Tus dassendorf reicht aufstiegsunterlagen ein: endlich die regionalliga?

Die TuS Dassendorf schlägt um: Nach jahrelanger Zurückhaltung beantragt der Oberligist offiziell die Lizenz für die Regionalliga Nord – und zieht damit die Schlagzeilen auf sich.

Ein Satz, der in Hamburg für Gesprächsstoff sorgt: „Wir haben die Unterlagen fristgerecht abgegeben.“ Gesendet wurde die Botschaft am späten Samstagabend, aber der Knall war am Sonntagmorgen zu hören. Der Klub, der seit 2013 acht Mal die Oberliga dominierte und jedes Mal freiwillig verzichtete, stellt sich neu auf. Infrastruktur? Vorhanden. Anspruch? Lautet plötzlich: ja.

Neue leute, neues glück, neue liga?

Der personelle Reset kam Silvester knallhart. Sportchef Jan Schönteich verabschiedete sich, Hakan Karadiken übernahm. Cheftrainer Özden Kocadal erhielt keinen neuen Vertrag, Oliver Zapel schon. Der Fußball-Lehrer bringt 152 Dritt- und Regionalliga-Spiele als Coach mit – Erfahrung, die in Dassendorf lange Fehdestand. Dazu die Spieler, die längst bundesligareif waren: Martin Harnik (240 Erstliga-Einsätze) und Max Kruse (307), der nebenbei für Al-Dersimspor II in Berlin noch ein paar Freundschaftsspiele absolviert. Ob das Duo nach einem Aufstieg bleibt, verraten die Verantwortlichen nicht. Die Antwort liegt im Vertrag, nicht im Kommuniqué.

Die Tabellenlage liefert Stoff für Dramatik. Zwar liegt Dassendorf zehn Punkte hinter Spitzenreiter Eimsbütteler TV, aber die Mannschaft von Coach Zapel hat drei Partien in der Hinterhand. Holen sie die nach, rücken sie bis auf einen Punkt heran. Dann winkt das Finale um den Meistertitel – und mit ihm die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord.

Der mythos vom freiwilligen verzicht ist geschichte

Der mythos vom freiwilligen verzicht ist geschichte

Die Trophäen im Klubhaus erzählen von acht Meisterschaften, doch die rote Laterne der Regionalliga blieb bisher unberührt. Gründe: Platzmangel, fehlende Flutlichtanlage, fehlende Lust. Das Narrativ kursierte jahrelang: Dassendorf spielt lieber Kreisklasse gegen den Abstieg, als sich in der vierten Liga zu verheizen. Die Lizenzunterlage, jetzt beim Norddeutschen Fußballverband, schreddert dieses Klischee. Der Verein will – und hat offenbar auch das Geld, die Pläne, die Infrastruktur.

Die verbleibenden 13 Spieltage werden zum Testlauf für ein Projekt, das sich über Jahre hinweg in der Schublade befand. Harnik trifft weiterhin wie ein Uhrwerk (zehn Tore in zwölf Spielen), Kruse arbeitet sich aus dem Berliner Winterfitness-Loch heraus. Die Frage ist nicht mehr, ob Dassendorf kann, sondern: Hält die Konkurrenz mit?

Die Antwort folgt am grünen Tisch – und auf dem Rasen. Dassendorf liefert die Lizenz ab, die Gegner müssen jetzt liefern. Wer am Ende jubelt, entscheidet sich zwischen Mai und Juli. Aber eines steht fest: Der Aufstieg ist kein Tabuthema mehr. Er ist Plan.