Turrientes packt schon koffer – und trägt spaniens trikot dabei

Beñat Turrientes startet heute in den Urlaub – und fliegt nicht einfach irgendwohin. Er fliegt als frisch gebackener spanischer Nationalspieler, als Mann, der vor fünf Monaten noch mit dem Gedanken spielte, sich aus San Sebastián zu verabschieden, und der jetzt mit einer Medaille im Gepäck und 30 Minuten Länderspielerfahrung im Bein abhängt.

Von der bank zum pokalsieger in 150 tagen

An Weihnachten hatte er genau zehn Pflichtspiele bestritten, fünf davon von Beginn an – zwei nur, weil Jon Gorrotxategi verletzt fehlte. Die Copa-Kracher gegen Regionalligisten zählten dazu, mehr nicht. Ein Leihgeschäft bahnte sich an, MARCA berichtete, Turrientes bestätigte. Dann feuerte die Real Sociedad Sergio Francisco, und Pellegrino Matarazzo landete in Donostia.

Am 4. Januar stand der Beasaindarra erstmals in Matarazzos Startelf – Gorrotxategi saß wieder in der Kabine. Seither drehte sich das Blatt. 24 Partien, 17-mal von Anfang an, dazu der 2:0-Sieg über Barça im Pokalfinale. Im Mittelfeld-Duo neben Yangel Herrera oder Carlos Soler wurde er zur verlässlichen Schaltzentrale.

Das katalonische finale als sprungbrett

Das katalonische finale als sprungbrett

Die Medaille vom 23. April steckte noch in der Tasche, da rief Luis de la Fuente. Erstmals trainierte Turrientes mit den Weltmeistern, am Donnerstag folgte das Debüt gegen den Iran. 30 Minuten mit der 21 auf dem Rücken – dem Trikot, das Mikel Oyarzabal normaler trägt. Eine Geste des Kapitäns, keine Zufallsnummer.

Jetzt folgt Pause. Danach ein Sommer, der sich anfühlt wie ein Neustart. Gorrotxategi kehrt zurück, Herrera und Soler sind heiß. Der Doppelsechs-Platz ist begehrt. Doch wer die letzten fünf Monate verpasst hat, versteht schnell: Turrientes ist nicht mehr der Mann, der sich vorstellen konnte, woanders spielen zu müssen. Er ist der, den sich Matarazzo ausgesucht hat – und der Spanien endlich zeigt, wie viel Talent in der Reserve schlummerte.