Turn-skandal eskaliert: schwäbischer turnerbund unter druck

Schockierende wendung im turn-skandal: stb reagiert!

Stuttgart/Pelkum – Lange Stille, nun ein Eingeständnis? Der Schwäbische Turnerbund (STB) sieht sich angesichts der erweiterten Ermittlungen im schweren Turn-Skandal gezwungen, aus der Defensive zu treten. Präsident Markus Frank räumt ein, dass der Verband bisher zögerlich agiert hat, doch nun will man mit „Haltung“ und „Transparenz“ den Fall aufarbeiten. Die Vorwürfe wiegen schwer: Missbrauch, Körperverletzung und Nötigung sind im Raum.

Staatsanwaltschaft weitet ermittlungen aus – funktionäre betroffen

Staatsanwaltschaft weitet ermittlungen aus – funktionäre betroffen

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihre Ermittlungen deutlich ausgeweitet. Neben Trainern sind nun auch Funktionäre des STB ins Visier geraten. Es geht um den Verdacht, dass Verantwortliche ihre Schutzpflicht verletzt und mögliche Missstände ignoriert haben. Konkret werden ein aktuelles und ein ehemaliges Präsidiumsmitglied sowie zwei aktuelle und ein ehemaliger Mitarbeiter in leitender Position beschuldigt. Ein Bußgeldverfahren gegen den STB und den Deutschen Turner-Bund (DTB) wurde bereits eingeleitet.

„Wir waren limitiert!“ – frank rechtfertigt das bisherige schweigen

„Wir waren limitiert!“ – frank rechtfertigt das bisherige schweigen

Markus Frank erklärt das bisherige Zögern des STB mit rechtlichen Hürden. „Wir waren zwischen den Anforderungen des Arbeitsrechts und den Anforderungen der Staatsanwaltschaft limitiert“, so Frank im Interview mit dem SWR. Das habe eine offene Kommunikation erschwert. Nun aber verspricht er eine neue Offenheit und will die Öffentlichkeit umfassend informieren. „Wir wollen humanen Spitzen- und Leistungssport“, betont Frank.

Konkrete maßnahmen angekündigt: task forces und überwachung

Konkrete maßnahmen angekündigt: task forces und überwachung

Der STB plant konkrete Maßnahmen, um zukünftige Missstände zu verhindern. Dazu gehören die Einführung von Task Forces zur Überwachung der Trainingsarbeit und die Sensibilisierung der Trainer und Athleten. „Es wird kommuniziert innerhalb der Trainingsgruppen“, kündigt Frank an. Die volle Transparenz sei nun oberstes Ziel, nachdem die Staatsanwaltschaft die Geheimhaltungspflicht aufgehoben hat.

Arbeitsrechtliche auseinandersetzung: stb geht in berufung

Arbeitsrechtliche auseinandersetzung: stb geht in berufung

Der STB sieht nach der Niederlage vor dem Arbeitsgericht in Bezug auf die Kündigung einer langjährigen Trainerin nun neue Chancen. Die vollständige Akteneinsicht, die dem Verband nun gewährt wird, soll im Berufungsverfahren genutzt werden, um die Kündigung zu rechtfertigen. „Wir haben gewusst, dass es andere Fakten gibt, waren aber gehalten, diese nicht zu bewerten“, erklärt Frank.

Dtb ebenfalls betroffen: ermittlungen gegen hölzl und gutekunst

Dtb ebenfalls betroffen: ermittlungen gegen hölzl und gutekunst

Auch der Deutsche Turner-Bund (DTB) gerät zunehmend unter druck. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart richten sich nun auch gegen Verbandspräsidenten Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst. Hintergrund sind die schweren Vorwürfe ehemaliger und aktiver Turnerinnen, die systematischen Missbrauch und katastrophale Zustände anprangern. Die Aufarbeitung des Skandals wird den DTB voraussichtlich mindestens 650.000 Eurokosten.

Die chronologie des skandals (übersicht)

  • Dezember 2025: Öffentliche Kritik von Turnerinnen
  • Januar 2026: Ausweitung der Ermittlungen auf STB-Funktionäre
  • Januar 2026: STB kündigt Transparenz und Maßnahmen an
  • Januar 2026: Ermittlungen gegen DTB-Präsidenten und Sportvorstand