Turnskandal beim dtb: ermittlungen laufen, konsequenzen blieben aus
- Ermittlungen gegen funktionäre – keine rücktritte in sicht
- Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren fällen
- Gutachten entlastet dtb-funktionäre
- Präsidium sieht keine veranlassung für konsequenzen
- Hintergrund der ermittlungen: missbrauchsvorwürfe
- Weitere ermittlungen auch gegen ehemalige funktionäre
- Reaktionen auf die entscheidung des dtb
Ermittlungen gegen funktionäre – keine rücktritte in sicht
Der Deutsche Turner-Bund (DTB) sieht trotz laufender staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen seinen Präsidenten, Alfons Hölzl, und Sportvorstand, Thomas Gutekunst, derzeit keinen Grund für personelle Konsequenzen. Dies teilte der Verband am Freitag mit. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen in Stuttgart und Mannheim.

Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren fällen
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts der – teils versuchten – vorsätzlichen Körperverletzung und der Nötigung in mehreren Fällen eingeleitet. Insgesamt sind neun aktuelle und ehemalige Funktionäre betroffen. Der DTB hatte bereits mitgeteilt, dass Hölzl und Gutekunst zu den Ermittelten gehören.

Gutachten entlastet dtb-funktionäre
Ein von dem DTB beauftragtes Rechtsgutachten kam zu dem Ergebnis, dass sich eine Strafbarkeit der beschuldigten Funktionäre auf Grundlage der bisherigen Ermittlungsakten nicht nachvollziehen lasse. Die Kanzlei begründete dies damit, dass die Vorwürfe nicht ausreichend belegt seien.

Präsidium sieht keine veranlassung für konsequenzen
Auf Basis des Gutachtens sehe das Präsidium des DTB keine Veranlassung für personelle Konsequenzen, so die offizielle Mitteilung. Dennoch betonte der Verband, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiterhin ernst zu nehmen und zu unterstützen. Eine erneute Bewertung der Situation behalte man sich vor.

Hintergrund der ermittlungen: missbrauchsvorwürfe
Die Ermittlungen wurden ausgelöst durch öffentliche Vorwürfe von Turnerinnen, die systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart und am Bundesstützpunkt in Mannheim beklagten. Die Vorwürfe hatten bereits im Februar 2025 eine rechtliche Prüfung nach sich gezogen.

Weitere ermittlungen auch gegen ehemalige funktionäre
Neben den aktuellen Ermittlungen gegen Hölzl und Gutekunst gibt es seit Januar auch Verfahren gegen zwei ehemalige leitende Personen im DTB. Auch gegen den Schwäbischen Turnerbund (STB) laufen Ermittlungen gegen mehrere Verantwortliche. Zudem wurden gegen den DTB und den STB Bußgeldverfahren eingeleitet.
Reaktionen auf die entscheidung des dtb
Die Entscheidung des DTB, vorerst keine personellen Konsequenzen zu ziehen, dürfte für weitere Diskussionen sorgen. Kritiker bemängeln bereits seit längerem die Aufarbeitung der Missstände im Turnsport und fordern mehr Transparenz und unabhängige Untersuchungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft weiterentwickeln werden.
