Türkei stolpert gegen australien – k.o.-stimmung nach nur 90 minuten
Die Türkei kam als Geheimfavorit, verließ Vancouver jedoch mit hängenden Köpfen: 0:2 gegen Australien. 30 Schüsse, 66 Prozent Ballbesitz, 2,37 xGoals – und trotzdem steht die Elf von Vincenzo Montella am Ende mit leeren Händen da. Ein Start nach Maß für die Socceroos, ein Albtraum für die Crescent-Stars.
Klassentreffen am eigenen strafraum
Australien schaltete nach dem ersten Befreiungsschlag sofort auf Erfolgsmodus. Nestory Irankunda, einst Bayern-Talent, nutzte einen Konter wie aus dem Lehrbuch (27.). Connor Metcalfe machte mit seinem Kopfball den Deckel drauf (75.). Die Türkei? Schön anzusehen, aber ineffizient wie selten. Arda Güler und Hakan Çalhanoğlu schlichen nach Abpfiff mit Blicken, die alles sagten: Wir haben uns selbst belogen.
Die Statistik lügt nicht: Türkei 30 Schüsse, Australien 7 – und dennoch die Null auf der Haben-Seite. Wer so verteidigt wie die Socceroos, darf auch mal stolz sein. Kugelsicherer Fünfer, doppelte Sechserkette, dazu ein Torhüter, der jeden Abschluss mit einem Schulterzucken parierte. Montella brach es nach dem Spiel auf eine einzige Formel herunter: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt.“ Zu simpel? Vielleicht. Aber in dem Satz steckt der ganze Frust einer Nation.

Zwei spiele, ein fünkchen hoffnung und ein historischer déjà-vu
Der Blick auf die Gruppe D zeigt: USA und Australien haben drei Punkte, die Türkei null. Am kommenden Samstag (5 Uhr) geht’s gegen Paraguay. Verlustpunkt verboten. Wer die Türkei kennt, weiß: Druck verstehen sie. 2002 starteten sie ebenfalls mit einer Pleite, holten am Ende Bronze. Damals war Brasilien der Peiniger, heute ist es eben Australien. Die Parallelen sind da, doch die Frage bleibt: Hat diese Mannschaft dieselbe mentale Stärke wie vor 24 Jahren?
Montella spricht von „Zeit, das abzuhaken“. Die Uhr tickt laut. In 72 Stunden entscheidet sich, ob die Türkei wieder aufsteht oder schon nach Spiel zwei die Koffer packt. Eines ist klar: Ein weiterer Ausrutscher wäre kein Fehlstart mehr, sondern das vorzeitige Aus für einen Anwärter, der nie angekommen ist.
