Tuchel kocht: englands gala wird zur blamage gegen japan

0:1 gegen Japan – Wembley verstummt, Tuchel tobt. Ohne Harry Kane wirkt Englands Angriff wie ein Boxer ohne Faust. Der WM-Traum von 2026 bekommt einen ersten Riss.

Tuchel schläft schlecht nach der blutleeren vorstellung

23 Minuten hatte der neue «Three-Lions»-Coach gebraucht, um die Hände erstmals gen Himmel zu schleudern. Kaoru Mitoma hämmelte den Ball nach einem Konter, den Englands Defensive wie Schuljungen offenlegte, zum 0:1 ins Netz. Was folgte, war ein 67-minütiges Zerrbild von Pass- und Laufchaos.

Paul Robinson sprach aus, was Millionen BBC-Zuschauer dachten: «Tuchel ist außer sich. Er stemmt die Arme hoch, lässt sie sinken, wiederholt das Manöver – ein Mann, der seinen Plan in Rauch aufgehen sieht.» Der Deutsche hatte vor der Partie acht Leistungsträger nach Arsenal- und Chelsea-Meetings freigestellt, doch selbst mit B-Elf erwartete er Leidenschaft. Stattdessen plätscherte ein Spiel ohne Biss, ohne Idee.

Die Katastrophe wurde komplett durch Harry Kane. Der Bayern-Stürmer verletzte sich bereits nach 15 Minuten Training, fasst sich an die Wade und bricht ab. Wie lange er fehlt, hüllt der Verband in Schweigen. Fakt ist: Ohne ihn schoss England in zwei Testspielen genau null Tore.

Der countdown läuft: nur noch zwei spiele, um die räder festzuziehen

Der countdown läuft: nur noch zwei spiele, um die räder festzuziehen

Am Freitag zuvor schon das 1:1 gegen Uruguay, nun die japanische Abreibung. Für Tuchel beginnt die Zeit der harten Fragen. Seine Zukunfts-Kader-Nominatie rückt mit Neuseeland (6. Juni) und Costa Rica (10. Juni) näher. Wer trägt das Tor-Gen, wenn Kane nicht fit wird? Wer schaltet hinten den Zugriff, wenn Mitoma und Co. erneut mit Tempo kontern?

Die Antworten bleiben offen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: zwei Spiele, ein Punkt, null Siege. Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada rückt bedrohlich nah heran. Für Tuchel heißt es jetzt: Reaktion statt Romantik. Wer bis Juni keine Lösung präsentiert, reist nicht als Titelfavorit, sondern als Gejagter.