Tuchel im schockzustand? bayern zeigt kampfgeist trotz deutlicher niederlage
Manchester – Thomas Tuchel, der Coach des FC Bayern, präsentierte nach der 0:3-Klatschen gegen Manchester City ein überraschend euphorisches Bild. Während die Fans und Experten gleichermaßen fassungslos auf die Niederlage reagierten, sprach Tuchel von einem Zustand der „schockverliebt“ – ein Ausdruck, der für Verwunderung sorgte.

Ein torfestival, das die nerven strapazierte
Die Bayern hatten in acht Champions-League-Partien dieser Saison lediglich zwei Gegentreffer hinnehmen müssen, beide im Spiel gegen Viktoria Pilsen. Nach dem neunten, dem ersten unter Tuchel, waren es nun drei – ein bitteres Ergebnis, das die Münchner vor eine enorme Herausforderung im Rückspiel am 19. April stellt. Tuchel selbst schien die Niederlage weder als Desaster noch als Zeichen von Schwäche zu sehen. „Ich finde, wir haben mindestens ein Tor verdient“, hatte er nach dem Spiel gesagt.
Doch die Realität sieht anders aus. Rodrigo Mosquera ließ die Bayern mit einem Traumtor aus dem Konzept geraten (27.). Der entscheidende Schlag kam dann durch einen vermeidbaren Fehler von Dayot Upamecano, der den Ball an Jack Grealish verlor, wodurch Bernardo Silva zum 0:2 vollenden konnte (70.). Tuchel wies darauf hin, dass solche Fehler im Fußball passieren können, betonte aber: „Wir brauchen da nur den Torwart anspielen, wenn zu ist, ist halt zu.“
Keeper Yann Sommer konnte gegen Gündogan in einer brenzligen Situation retten, doch die Abwehr hatte insgesamt zu kämpfen. Tuchel bemängelte, dass sein Team in entscheidenden Momenten das Spielglück vermissen ließ: „Wenn du schon so spielst und so gut im Spiel bist, dann brauchst du den abgefälschten Schuss, du brauchst den Schuss in den Winkel und dann kippt das Momentum komplett.“
Die Niederlage wirft Fragen auf, doch Tuchel ließ keinen Zweifel daran, dass er an seine Mannschaft glaubt. Er lobte den Kampfgeist und die emotionale Intensität des Teams, auch wenn das Ergebnis unglücklich war. „Heute habe ich mich ein bisschen schockverliebt in meine Mannschaft“, gestand er.
Die Bayern müssen nun mit einer schweren Hypothek ins Rückspiel gehen, doch Tuchel betonte, dass sie sich nicht abschreiben lassen werden. Joshua Kimmich, der im Spiel die Kapitänsbinde trug, bestätigte diesen kämpferischen Geist: „Wir haben auf jeden Fall gesehen, dass es möglich ist, mitzuhalten.“
Die Aufgabe ist klar: Eine Leistung, die dem Anspruch des FC Bayern gerecht wird, ist gefordert. Ob die Bayern die Wende schaffen können, wird sich zeigen. Aber eines ist sicher: Die Niederlage in Manchester wird als Lernprozess dienen und den Bayern-Trainern und -Spielern neue Erkenntnisse liefern.
