Tsv wetschen verabschiedet sich: ein dorfklub kämpfte, lernte – und blickt nach vorne

Der Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen war für den TSV Wetschen ein kometenhafter Aufstieg, der nun abrupt beendet ist. Nach dem 0:2 bei Borussia Hildesheim ist der Abstieg in die Landesliga besiegelt. Doch trotz des sportlichen Rückschlags bleibt ein Gefühl des Stolzes und der Hoffnung – denn der kleine Verein aus der Samtgemeinde Rehden hat bewiesen, dass er mithalten kann, auch wenn es am Ende nicht für den Klassenerhalt gereicht hat.

Einmal oberliga – und was daraus wurde

Kaum jemand hätte dem TSV Wetschen zu Beginn der Saison zugetraut, überhaupt eine ernstzunehmende Rolle in der Oberliga zu spielen. Als vermeintlicher Dorfklub wurde man oft belächelt. Doch das Team unter Trainer Björn Wnuk, der im Winter Artur Zimmermann abgelöst hatte, überraschte mit Leidenschaft und Kampfgeist. Die wenigen Punkte, die man sammeln konnte, waren hart erkämpft. Nun ist die Zeit der Oberliga vorbei, aber die Erfahrungen, die gewonnen wurden, bleiben.

Sportchef Thomas Otte blickt sachlich auf die Situation: „Das war schon irgendwie absehbar. Es musste viel passieren, damit wir uns noch retten können. Wir waren vorbereitet.“ Die Enttäuschung ist natürlich vorhanden, doch sie wird von einem gewissen Stolz auf das Erreichte überlagert. „Das Positive ist, dass wir als wirklich sehr, sehr kleiner Verein das geschafft haben. Wir haben mehr Zuschauer gehabt, die uns unterstützt haben – das ist fantastisch!“, so Otte.

Die analyse: chancenverwertung und abwehrschwächen

Die analyse: chancenverwertung und abwehrschwächen

Wo liegt nun das Problem? Trainer Wnuk sieht die Ursachen vor allem in der fehlenden Chancenverwertung und der anfälligen Abwehr. „Wir haben es in den meisten Spielen nicht geschafft, aus der Vielzahl der Torchancen, die wir kreieren, mehr Tore zu schießen. Und hinten waren wir zu anfällig, besonders in der Nachspielzeit.“ Der TSV Wetschen hatte zwar mit Moritz Raskopp einen der besten Torschützen der Liga (20 Treffer), doch es fehlte an weiteren Offensivkräften. Auch die Konsequenz in der Defensive ließ zu wünschen übrig: „Es haben immer nur Kleinigkeiten gefehlt. Das ist sehr schade.“

Neuer coach, neue ziele: klanke übernimmt das ruder

Neuer coach, neue ziele: klanke übernimmt das ruder

Björn Wnuk wird die Mannschaft in den verbleibenden drei Spielen noch an der Seitenlinie betreuen, bevor er sich mehr Zeit für seine Familie nimmt. Sein Nachfolger wird Andre Klanke, der bisher als Co-Trainer fungierte. „In Wetschen läuft so was recht geräuschlos ab.“, bemerkt Otte. Die Vorbereitungen auf die Landesliga laufen bereits auf Hochtouren. Das Team soll weitestgehend zusammengehalten werden: „Die Mannschaft bleibt zu 95 Prozent zusammen. Wir wollen junge Spieler fördern und ihnen die Chance geben, sich zu entwickeln.“

Der TSV Wetschen blickt optimistisch in die Zukunft. Auch wenn der Abstieg schmerzt, so hat er doch gezeigt, dass der Verein zu mehr fähig ist. „Wir werden wieder angreifen“, verspricht Otte. Die Landesliga mag eine starke Liga sein, aber der TSV Wetschen ist bereit für die Herausforderung. Das Jahr in der Oberliga wird in den Annalen des Klubs einen festen Platz einnehmen – als Beweis dafür, dass mit Leidenschaft, Teamgeist und einer gehörigen Portion Kampfgeist auch ein kleiner Verein Großes erreichen kann. Und wer weiß, vielleicht steht ja bald schon wieder der Aufschrei: „Raus mit Applaus!“