Tsv 1860 münchen: abstieg, insolvenz droht – die löwen am abgrund?
München – Der TSV 1860 München stürzt ab. Nicht zum ersten Mal, aber diesmal scheint der Fall tiefer als je zuvor. Der Abstieg in die Regionalliga Bayern ist besiegelt, der Hauptsponsor hat die Segel gestrichen und die Zukunft des Traditionsklubs hängt an einem seidenen Faden. Die Fans sind verzweifelt, Experten sprechen offen von Insolvenz.
Neun jahre fluch: die wiederholung des debakels
Es ist ein Déjà-vu, der den Löwen-Anhang schmerzhaft an 2017 erinnert. Wieder einmal fehlt der entscheidende Millionenbetrag für die Lizenzierung in der 3. Liga. Wieder scheitern die Verhandlungen zwischen dem e.V. und Investor Hasan Ismaik an unüberbrückbaren Differenzen. Präsident Gernot Mang musste am Mittwoch verkünden, dass beide Verträge, die vorgelegt wurden, nicht zu einer Einigung geführt haben. „Es lagen zwei Verträge vor, der eine war akzeptabel für den e.V., der andere für die HAM. Beide waren akzeptabel für die KGaA, für mich und Manfred Paula. Aber es gab leider keine Einigung.“
Die Situation ist mehr als ernst. Während Mang und Bergmaier noch verzweifelt versuchten, Optimismus zu verbreiten, forderten viele Fans den Rücktritt der gesamten Führungsriege. Die Hoffnung, die nach dem Umzug in die alte Heimat, das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße, aufkeimte, ist verflogen.

Fragezeichen in der sportlichen zukunft: bleibt markus kauczinski?
Sportlich steht 1860 vor einem kompletten Neubeginn – oder eher vor dem Ende. Ob Coach Markus Kauczinski an Bord bleibt, ist ungewiss. Der Verein hatte zwar einen Umbruch angestrebt, doch nun droht, dass die Spieler, die man halten wollte, ebenfalls den Verein verlassen, da offenbar nur acht Verträge in der Regionalliga gültig sind. Das ist ein Schlag für die Ambitionen, schnell wieder in die 3. Liga zurückzukehren.

Finanzielle schockstarre: der verlust des hauptsponsors „die bayerische“
Die finanzielle Lage verschärft sich zusätzlich. Durch den Ausfall der TV-Gelder aus der 3. Liga entsteht ein erheblicher Verlust. Und dann der nächste Schock: Der Hauptsponsor „Die Bayerische“ zieht die Notbremse und nutzt sein Sonderkündigungsrecht. Ein herber Schlag für die Löwen-Kasse.
Die Situation ist dramatisch. Die Münchner arbeiten aktuell eng mit Insolvenzberatern zusammen, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Doch die interne Uneinigkeit und die hohen Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit, die noch aus der Zeit in der 2. Bundesliga stammen, erschweren die Lage zusätzlich.
Die kämpferischen Worte des TSV in der Stellungnahme – „Jetzt ist die Zeit, zusammenzurücken und zu kämpfen“ – klingen angesichts der Umstände hohl. Die Fans sind enttäuscht, die Zukunft ungewiss. Die Löwen stehen am Scheideweg. Und die Frage ist, ob sie diesen Weg gemeinsam meistern können.
