García rast mit 45,63 sekunden durch die wand: spaniens historischer 400-m-sprint in valladolid

Die Zahlen schreien: 45,63. Jorge García aus Cantabrien schickte sich am Sonntag in Valladolid an, mit einem einzigen Rennen die spanische Sprint-Geschichte neu zu schreiben. Nie zuvor liefen an einem Tag fünf Männer unter 46 Sekunden – erst recht nicht auf spanischem Boden.

Statistik-museum in echtzeit

Der Chronist Miguel Villaseñor zählt. Er kommt auf magere vier Male, an denen in Spanien ein solches Tempo-Phänomen stattfand. Getafe 2021, Torrent 2023, Tarragona 2025 – und jetzt eben Valladolid, wo der Gran Premio zur „Ciudad Europea del Deporte“ avancierte.

Hinter García jagte sich die Elite. Der Marokkaner Hamza Dair blieb bei 45,69, Bernat Erta stoppte die Uhr bei 45,73. Óscar Husillos (45,75) und Nicolás Campos (45,96) vollendeten die fliegende Fünfergruppe, die bislang nur von Markel Fernández (45,95, Halle) und Samuel García (45,98, Südafrika) in dieser Saison unter 46 Sekunden tauchte. García selbst hatte vorher 47,57 als Bestmarke – jetzt sind es 1,94 Sekunden weniger.

Die frauen folgen dem tempo

Die frauen folgen dem tempo

Rocío Arroyo ließ das Publikum noch nicht einatmen. Die 800-Meter-Spezialistin drehte am 400-er Kurven-Killer ihre SB von 51,72 und fehlte nur zwölf Hundertstel an der EM-Norm für Birmingham. Erst sieben Tage zuvor hatte sie den spanischen 500-m-Rekord auf 1:07,52 gequetscht – fast drei Sekunden schneller als je zuvor.

Und das war noch nicht alles. Husillos, gerade noch 400-m-Vierter, sprintete über 200 m in 20,83. Pablo Sánchez Valladares schraubte sich im selten gefahrenen 600 m auf 1:16,97, Rang drei der ewigen spanischen Bestenliste. Drei Strecken, drei neue Geschichtsbücher – an einem einzigen Nachmittag.

Valladolid wird in den Annalen stehen, nicht nur als Gastgeber, sondern als Ort, an dem die Uhr zu schnell tickte, um die Vergangenheit einzuholen.