Txell alarcón kämpft mit der 3x3-nationalmannschaft: jetzt muss sie gegen die usa liefern

Mit einem feinen schwarzen „R“ auf dem Unterarm startet Txell Alarcón Otero in den entscheidenden Tag der 3x3-WM. Das Tattoo erinnert an ihren Bruder Roger – und an den Grund, warum sie heute um 20.20 Uhr gegen die USA um den Einzug ins Achtelfinale spielt.

17 Jahre alt, liga, nationalteam – alles auf einmal

Die Geduldshaltung des Katalanischen passt nicht zur Karriere-Story. 2020, mit 17, debütierte sie in der LF Endesa in Logroño, wenige Monate später zog das Team nach Washington und wählte sie an Stelle 32 im Draft. „Ich habe als Kind nie davon geträumt, sondern von Anna Cruz und Co. auf dem Court zu stehen“, sagt Alarcón und lacht über das eigene Tempo. Drei Jahre später sitzt sie in Wien, schwitzt im Sechseläuten-Takt und erklärt, warum der 3x3-Korb kleiner wirkt als jeder andere.

Nerven gegen ungarn, realität gegen die supermächte

Nerven gegen ungarn, realität gegen die supermächte

Der Auftakt lief schief. 15:21 gegen Ungarn. „Ein Schlag in die Magengrube, aber besser jetzt als gegen die USA“, analysiert die 22-Jährige. Das System ist gnadenlos: zwei Siege gegen Australien (17.05 Uhr) und USA (20.20 Uhr) oder die Heimreise. Kein Rechenspiel, nur Korb oder K.O.

Physik und psyche: das duo, das sie richtet

Physik und psyche: das duo, das sie richtet

Alarcón trat in Logroño noch als 1,70-Meter-Teenager an, heute stemmt sie sich gegen Center, die 20 Zentimeter mehr mitbringen. „Ich habe jeden Sommer mit meinem Athletic Coach gelebt, und seit drei Jahren sitzt eine Sportpsychologin im Kopf“, erzählt sie. Das Resultat: 1,5 Kilo Muskelmasse pro Jahr, null Burn-out. Der 3x3-Code lautet ohnehin: „Denk nicht, handel. Im 5x5 darf ich danach wieder nachdenken.“

Vorbilder im eigenen kader

Während ihre männlichen Kollegen sich aufs 3x3 spezialisieren, pendeln Alarcón, Sandra Ygueravide und Vega Gimeno zwischen beiden Welten. „Sandra und Vega schulen uns im Geheimcode: weniger Plays, mehr Instinkt“, sagt Alarcón. Die älteren Routiniers sind ihre Mentoren, genau wie Laia Flores oder Agostina Burani es in Logroño und Araski waren.

Barcelona, draft, wnba – der plan wird konkret

Die Washington Mystics halten noch immer ihre Rechte. „Ich kann nicht sagen, wann, aber ich werde an die Chesapeake Bay fahren und es spüren“, schwört Alarcón. Bis dahin gilt ihr Motto auf Katalanisch: „A poc a poc i bona lletra“ – Schritt für Schritt, aber mit Handschrift.

Heute Abend steht auf dem Programm: Handschrift gegen die USA. Alles andere wäre ein unvollendetes Kapitel.