Trump-regierung droht fans mit massenabschiebung – amnesty schlägt 78 wm-spiele in den usa ab
78 von 104 WM-Partien sollen unter einem Präsidenten stattfinden, der gerade Hunderttausende aus dem Land jagt. Die FIFA schweigt. Amnesty schreit.
Die Rechnung ist so einfach wie brisant: 78 Spiele, 78-mal 70 000 Zuschauer, mindestens jeder fünfte mit Reisepass aus Iran, Senegal, Elfenbeinküste – Länder, die Trump seit Tagen auf seiner Abschiebeliste ganz oben behält. Die FIFA hatte die USA als Hauptveranstalter des Turniers 2026 gefeiert, jetzt wird das größte Sportfest zur geopolitischen Falle.
Ice-kommandos statt fan-meile
Steve Cockburn, Leiter des Amnesty-Programms für soziale Gerechtigkeit, legt die Karten auf den Tisch: „Weder FIFA noch das US-Heimatschutzministerium garantieren, dass ethnische Profile, razziaartige Kontrollen und illegale Inhaftierungen ausbleiben.“ Die Beweise liefert er gleich mit: maskierte ICE-Agenten, Massenfestnahmen, teils stundenlange Verhöre auf Flughäfen, weil ein Tweet als „anti-amerikanisch“ gilt.
Der Zeitplan ist tödlich präzise. Die WM startet am 11. Juni 2026 – exakt zwölf Wochen, nachdem Trumps zweite Amtszeit beginnt und seine Abschiebeoffensive auf Hochtouren läuft. Wer mit einem Fan-ID-Ticket einreist, landet nicht automatisch auf einer Whitelist, sondern im Datennetz von ICE, CBP und FBI. Die FIFA hatte versprochen, Visa zu erleichtern. Daraus wurde ein administratives Schweigen.

Regenbogenfahnen als risikofaktor
Der Alarm gilt nicht nur muslimische oder schwarze Fans. Auch LGBTQI+-Gruppen aus Europa und Nordamerika warnen: „Rainbow-Colours am Stadioneingang können als politische Provokation gewertet werden“, zitiert Amnesty interne Sicherheitsanalysen. In Florida etwa sind Trans-Personen seit 2025 offiziell Gegenstand von Gesetzentwürfen, die das Betreten öffentlicher Toiletten nach Geburtsgeschlecht regeln – mit Haftstrafen bis zu einem Jahr.
Die FIFA selbst verbucht Rekordeinnahmen: 11 Milliarden Dollar allein aus TV-Rechten für 2026. Die Menschenrechtsklausel im Statut? Ein Lippenbekenntnis, das sich in keinem Vertrag der Host-Cities wiederfindet. Infantino posierte 2025 mit Trump in Sharm el-Sheikh, lächelnd, Daumen hoch. Seitdem keine öffentliche Stellungnahme.
Die Lösung bleibt auf der Strecke. Kanada und Mexiko würden gemeinsam 26 Partien austragen, doch das Viertelfinale, Halbfinale, Finale – alles in US-Stadien. Ein Boykott ist unrealistisch, die Verbände brauchen das Geld. Bleibt ein einziger sicherer Rat: Wer in den Sommer 2026 fliegt, fliegt besser über Toronto – und lässt das Trikot zuhause.
