Trump triumphiert im hintergrund: wm als politisches manöver?
Während die Fußballweltmeisterschaft in vollem Gange ist, bleibt der US-Präsident Donald Trump auffallend zurück – und doch scheint er seine Ziele bereits erreicht zu haben. Ein Vorwurf, den Nicholas McGeehan, Direktor der Organisation FairSquare, lautstark äußert und der eine brisante Debatte um die politische Instrumentalisierung des größten Fußballturniers der Welt auslöst.

Die fifa im visier: nationalismus und rassismus im spiel?
McGeehan beschuldigt Trump und dessen Berater, das Turnier bewusst genutzt zu haben, um „aggressiven Nationalismus und Rassismus“ zu demonstrieren. Die FIFA habe dies, so der Vorwurf, „ganz eindeutig ermöglicht.“ Eine schwere Anschuldigung, die von der FIFA bisher unbeantwortet geblieben ist. Der Vorfall um den somalischen Schiedsrichter Omar Artan, dem die Einreise in die USA verweigert wurde, wird als Beweis dafür angeführt, dass die US-Behörden gezielt eine „große Show“ daraus gemacht haben. Infantino, der FIFA-Präsident, soll dies vor dem WM-Start „faktisch verteidigt“ haben – ein Verhalten, das McGeehan bei der Ethikkommission des Weltverbandes anprangert.
Doch die Geschichte geht noch weiter. Auch irakische Spieler und die usbekische Nationalmannschaft hatten mit Einreiseverboten zu kämpfen – weitere Indizien, die McGeehan als Teil einer inszenierten Kampagne sieht. „Deshalb haben sie im Wesentlichen bekommen, was sie wollten“, so der FairSquare-Direktor, der die Zurückhaltung Trumps als „merkwürdig“ bezeichnet. Es sei „ziemlich untypisch“, dass sich der Präsident nicht selbst in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt.
Die FIFA scheint indes die politische Brisanz zu ignorieren. Das Turnier läuft, die frühen Kontroversen sind weitgehend in den Hintergrund getreten, und das Thema Trinkpausen dominiert die Diskussionen. Dass Infantino und Trump nach dem Finale gemeinsam den WM-Pokal überreichen werden, verstärkt den Eindruck einer engen Verbindung zwischen Politik und Sport. „Das fand ich bemerkenswert“, kommentiert McGeehan, und deutet an, dass Infantino offenbar nicht möchte, dass Trump in den Hintergrund verschwindet.
Die Frage, ob der US-Präsident vor dem Finale doch noch ein Spiel besuchen wird, bleibt offen. Experten zufolge ist dies „unwahrscheinlich“, was die politische Strategie hinter Trumps Verhalten noch rätselhafter erscheinen lässt. Die FIFA erweist sich als Bühne für politische Interessen, während die sportliche Leistung in den Hintergrund rückt.
