Tribunal kippt fifa-sperre gegen poves: schmiergeld-vorwurf war zu scharf

Der spanische Verband muss seine einstige Geldbombe zurückrudern. Das Tribunal Administrativo del Deporte (TAD) hat die zweijährige Sperre und die 3.500-Euro-Strafe gegen Javi Poves aufgehoben – wegen „Überschreitung der Klageanträge“.

Der Eklat war im Dezember im Spiel Rayo Majadahonda – Moscardó passiert. Poves, damals Sportchef des Madrider Regionalligisten, beschimpfte die Schiedsrichter laut Bericht mit den Worten: „Macht die Brust raus für die beschissene Partie, die ihr geliefert habt! Ihr kassiert 300 Euro – sag Bescheid und ich zahle euch das Dreifache, damit ihr genauso pfeift, ich begrabe euch in Geld!“

Warum das urteil jetzt kippt

Warum das urteil jetzt kippt

Das TAD stellt fest: Der Nationale Berufungsausschuss hatte in seinem Urteil „über das hinausgeurteilt, was beantragt war“. Konkret: Die Richter werteten die Äußerung als versuchte Bestechung, obwohl die Anklage nur „Beleidigung und Ungebühr“ lautete. Eine klassische Inkongruenz, juristisch gleich null und nichtig.

Für Poves bedeutet das: Er darf sofort wieder offiziell Funktionär sein. Für den RFEF bedeutet es: Die eigene Disziplinarkammer muss neu verhandeln – und zwar nur über das, was ursprünglich vorgelegen hat.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Schiedsrichter-Honorare in den unteren Ligen. 300 Euro pro Spiel – das ist in der Segunda División B ein Standard, der seit Jahren für Wut sorgt. Poves’ Ausbruch war nur die lauteste aller Reaktionen.

Der RFEF schweigt bislang zu dem Richterspruch. Intern ist man laut Vereinskreisen „verärgert über das Eigentor“. Denn nun droht ein Präzedenzfall: Jede Sperre wegen „Bestechungsversuchs“ wird künftig auf diese Formel geprüft werden.

Rayo Majadahorda spielt am Sonntag in der Tabelle der Gruppe 5 der dritten Division auf Abstiegsplatz 15. Ob Poves direkt wieder auf der Tribüne sitzt, ist offen – rechtlich dürfte niemand ihm mehr einen Platz verwehren.