Trevelyan feiert abschied: 15 jahre panthers-leidenschaft enden mit wolfsburg-kracher

T.J. Trevelyan wird heute im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion das letzte Mal die Augsburger Kapitänsbinde tragen – danach bleibt die Eishockey-Liga ohne ihren umtriebigen Deutsch-Kanadier. 561 DEL-Einsätze, 157 Treffer, 138 Assists – und eine einzige Nummer, die künftig kein Panther mehr trägt.

„Nummer 24“ hängt für immer unter das stadiondach

Der Klub verkündete unmittelbar nach dem Anpfiff gegen die Grizzlys Wolfsburg (14.00 Uhr/MagentaSport), dass das Trikot mit der 24 in die Hallenwolbe wandert. Geschäftsführer Jan Müller spricht von „einer Identifikationsfigur, wie sie selten war – auf und neben dem Eis“. Trevelyan selbst hatte die Entscheidung schon vor Wochen gefällt, wie er nach dem Training zugab: „Die Knie senden seit zwei Jahren Faxen, die Kinder fragen nach Papa’s neuen Abenteuern. Schluss ist Schluss.“

Der 42-Jährige wechselte 2011 aus der AHL-Wildnis zu den Panthern, als der Verein sich gerade neu sortierte. Damals noch als Import-Angreifer mit Knall-checks und dem typisch nordamerikanischen Dauergrinsen, bügelte er schnell seinen Akzent weg, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an und wurde zur Stimme im Kabinenrat. Kapitän, Powerplay-Spezialist, Community-Botschafter – ein Lebenslauf, der sich selten so glatt in eine Franchise eingliedert.

Wie ein 15-jähriger marathon mit finale-sprint

Wie ein 15-jähriger marathon mit finale-sprint

Die Bilanz: Trevelyan führt die internen Play-off-Scorerlisten der Panther seit 2015 an, war an 73 Prozent aller Siegtore in Überzahl beteiligt und absolvierte 34 Spiele in Folge mit mehr als 20 Minuten Eiszeit – Rekord in Augsburg. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Wer ihn trainierte, schwärmt von einem „Professor für Kleinstaunen“: Immer ein Extragespräch mit dem Nachwuchs, immer ein Autogramm für den Fan, der erst seit gestern Eishockey guckt.

Nach der Partie gegen Wolfsburg steht eine offene Postenfrage im Raum. Der AEV bestätigte, dass Trevelyan „in einer noch zu definierenden Management-Rolle“ bleibt – Gerüchte schießen sofort über Bande: Assistent der Sportdirektion, Scout für Nordamerika, Fan-Beauftragter. „Ich lasse mich überraschen“, sagt der Kanadier mit dem Augsburger Idiom, „wichtig ist nur, dass die Familie hier bleibt. Die Stadt ist unser Zuhause geworden.“

Beim Einlauf wird die Anzeigetafel seine Eiszeit in Sekunden runterzählen – 900 Sekunden für ein Vierteljahrhundert Panther-Herzblut. Die Arena erstrahlt in Rot-Weiß, 7.067 Zuschauer halten Karten mit der 24 hoch. Und wenn die Sirene ertönt, bleibt ein Sound, der länger nachhallt als jede Eishockey-Scheibe: „Danke, Cap!“

Kein Abschied ohne Nachspiel. Die Panther haben angekündigt, die Einnahmen des heutigen Tages zu einem Drittel der Kinderkrebshilfe Bayern, zu einem Drittel der AEV-Nachwuchsstiftung und zu einem Drittel in die Ausbildung neuer Scouting-Software zu stecken – ein Spendenmodell, das Trevelyan selbst mit ausheckte. „Wenn schon Schluss, dann mit einem Purpose“, lacht er. Die Liga verliert einen Spieler, die Stadt gewinnt ein Vorbild. Und irgendwo zwischen Tribüne und Eismaschine bleibt Platz für die nächste Legende – bloß die Nummer 24 bleibt vergeben. Für immer.